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11. Februar 2012
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Folgen einer Anweisung

Hoffmann gegen El Kurdi – Eine Chronik


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Seit 2001: Im Stadtmagazin "Subway" übt der Autor Hartmut El Kurdi in oft polemischer Form Kritik an Braunschweigs Oberbürgermeister Gert Hoffmann (CDU), prangert immer wieder dessen NPD-Mitgliedschaft 1967-69 an.

Mai 2005: Während einer Demonstration zum Erhalt des Schlossparks hält El Kurdi eine Rede. Nach Auskunft der Stadt sagt er unter anderem: "Seine Freunde, seine früheren Freunde die kommen ja erst im Juli nach Braunschweig" (gemeint ist eine Demonstration der NPD, Anmerkung der Redaktion). Und: "Von oben herab werden (...) Schwachsinnsaktionen gestartet."

Februar 2007: Braunschweiger Schul-Vorlese-Wettbewerb. Hartmut El Kurdi ist Jury-Mitglied.

16. April 2007: Die Ratsfraktion der Grünen fragt im Kulturausschuss, ob es eine interne Anweisung an alle städtischen Institutionen gebe, sich an Veranstaltungen mit El Kurdi nicht zu beteiligen? Ob es stimme, dass die Leiterin der öffentlichen Bücherei wegen El Kurdis Beteiligung zur Eröffnung des Schul-Vorlesewettbewerbs kein Grußwort habe sprechen dürfen? Falls ja, wie dies mit der Kunst- und Meinungsfreiheit vereinbar sei?

Kulturdezernent Wolfgang Laczny antwortet, die interne Anweisung, die aufgrund der Anfrage von den Mitarbeitern der Fachabteilung Kultur auf alle Bedienstete der Stadt ausgeweitet werde, solle Mitarbeiter der Stadt vor unangenehmen Situationen bewahren, falls El Kurdi sich bei solchen Veranstaltungen negativ über ihren Dienstherrn äußert. Die Kunst- und Meinungsfreiheit seien durch die Anweisung nicht berührt.

18. April: Der Deutsche Kulturrat rügt Hoffmann: Die Anweisung komme einem Berufsverbot gleich, sie gefährde die Meinungs- und Kunstfreiheit. Auch sei die Anweisung geeignet, in Braunschweig ein Klima der Angst zu schaffen, dass Kritik am OB dazu führen könne, mit einem Bann belegt zu werden.

Laczny antwortet, es gebe keine Benachteiligung von künstlerischen Auftritten El Kurdis oder Institutionen, die mit ihm zusammenarbeiten. Es sei abwegig, ein Klima der Angst anzunehmen.

19. April: El Kurdi erklärt, er sei durch die Anweisung "von allen kulturellen Aktivitäten, die von der Stadt gefördert werden, ausgeschlossen". Zudem unterstelle Laczny ihm ein falsches Zitat. Er habe nie geschrieben, der Oberbürgermeister habe sich "an die Macht geputscht".

25. April: Die Grünen teilen mit, dass dies Zitat im Dezemberheft 2001 des Subway von Frank Schäfer stamme. Die Stadt erklärt, die Internet-Fassung vom 13. April unter www.subway.cc habe die Autorenzeile "text: frank schäfer

hartmut el kurdi" gehabt.

Im gestrigen Internet-Ausdruck erscheine die Autorenzuschreibung verändert. Unter derselben Überschrift ende der Text mit der Zeile: "Text: Frank Schäfer".

Auf Anfrage erklärt ein Subway-Mitarbeiter, im damaligen Original-Subway-Heft sei als Autor nur Schäfer angegeben.  maja

Mittwoch, 25.04.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/6673023/menuid/2184

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