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12. Februar 2012
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Jedem Landesmuseum seinen Schwerpunkt

Kulturminister will Sammlung am Burgplatz auf Archäologie ausrichten, die in Hannover auf Gemälde

Von Andreas Berger

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Wenn die gestern verkündeten Pläne von Niedersachsens Kulturminister Lutz Stratmann wahr werden, verliert das Braunschweigische Landesmuseum seine Stellung als Behörde, die direkt dem Minister untersteht. Es wäre dann Teil eines neuen Instituts für Archäologie und Baudenkmalpflege.

Obwohl das Landesmuseum nicht nur archäologische Themen behandelt, soll es in seiner Gänze der neuen Behörde unterstellt werden. An seiner Seite: das Landesamt für Denkmalpflege in Hannover und das Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven. Dort soll die archäologische Forschung angesiedelt werden, während die museale Darstellung von Archäologie in Zukunft schwerpunktmäßige Aufgabe des Braunschweigischen Landesmuseums sein soll.

Weniger logisch passt nun die Darstellung der braunschweigischen Landesgeschichte in das neue archäologische Institut. Pressesprecher Kurt Neubert beschwichtigt: "Wir wollten das Landesmuseum eben als Ganzes erhalten." Tatsächlich gehört die Pflege der ehemaligen braunschweigischen Kultureinrichtungen zu den Aufgaben, die bei der Bildung des Landes Niedersachsen verfassungsrechtlich geschützt wurde.

Die Frage wird nun sein, ob dies in der neuen Struktur noch der Fall ist. Immerhin bleiben die Landesmuseen in Hannover und Oldenburg und das Braunschweiger Anton-Ulrich-Museum weiterhin direkt dem Minister unterstellt.

Der Geschäftsführer der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Tobias Henkel, sieht eher keine Gefahr. "Wenn man unter Archäologie auch die Mittelalter-Archäologie versteht, deckt sich das ziemlich gut mit der braunschweigischen Geschichte. Wir werden mit dem Gewicht unserer erheblichen Stiftungszuschüsse ans Landesmuseum Überzeugungsarbeit dafür leisten, dass die braunschweigische Identität gewahrt bleibt." Er möchte in der Umstrukturierung eine Chance sehen, die neuen Formen mit eigenen Inhalten zu füllen.

Zu klären wäre zum Beispiel, was die anderen Landesmuseen zur Aufwertung des neuen Braunschweiger Schwerpunkts Archäologie beitragen könnten. Ob nun etwa die Moorleichen aus dem Oldenburgischen Landesmuseum und das Dinosaurierskelett aus dem Hannoverschen Landesmuseum nach Braunschweig ziehen könnten.

"Das sind Details, die erst mit dem neuen Präsidenten und in weiteren Gesprächen geklärt werden müssen", erklärt Pressesprecher Neubert. Zunächst sei an solche Wanderungen in großem Stil nicht gedacht. Allerdings solle, wie der Minister gestern erklärte, das Hannoversche Landesmuseum mit seiner großen Gemäldesammlung einen kunstgeschichtlichen Schwerpunkt bilden. Dazu würde dann die dortige Achäologie-Abteilung nicht mehr passen.

Wenn der Minister also ernst machen will, mit seinem Plan, den Landesmuseen verschiedene Schwerpunkte zu geben, könnte das noch sehr große Konsequenzen für die jeweiligen Sammlungen haben. In einem Flächenland sind solche Zentralisierungen schwierig.

Dienstag, 01.07.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8715222/menuid/2184

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