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14. Februar 2012
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Alle zehn Jahre zur Darmspiegelung

Regelmäßige Vorsorge für Menschen ab 55 – Bei familiärer Vorbelastung empfiehlt sich die Untersuchung öfter


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Bei mir wurde eine Polyp-Sprosse entfernt. Danach hat man mir empfohlen, einmal im Jahr eine Darmspiegelung zur Vorsorge machen zu lassen. Ist das notwendig?

Michael Geertsen: In der Regel ist eine Darmspiegelung alle acht bis zehn Jahre ausreichend. Wenn man eine Tendenz zur Polypenbildung hat, ist es sinnvoll, das öfter machen zu lassen – einmal im Jahr ist aber unüblich. Bei Menschen mit Vorbelastung rät man zu einer Untersuchung alle drei Jahre, aber am besten bespricht man das mit seinem Arzt.

Was versteht man unter einer virtuellen Koloskopie?

Harald Meyer-Lehnert: Die virtuelle Koloskopie ist eine dreidimensionale Darstellung des Darms durch eine Computer- oder Kernspintomographie. Wie für die klassische Darmspiegelung ist auch für diese Untersuchungen eine Vorbereitung notwendig. Die Kernspintomographie ist recht aufwendig, die Computertomographie geht mit einer zusätzlichen Strahlenbelastung einher. Falls man eine Auffälligkeit entdeckt, kann man im Gegensatz zur klassischen Darmspiegelung jedoch nicht gleich eingreifen.

Mein vierjähriges Kind hatte am Darm Polypen. Ist nun eine besondere Nachsorge nötig?

Guido Schumacher: Bei Kindern treten Darmpolypen äußerst selten auf. Im Normalfall ohne Vorbelastung wird eine Darmspiegelung alle zehn Jahre erst ab 55 Jahren empfohlen und bezahlt. Sie sollten mit ihrem Kind auf jeden Fall einen
Spezialisten aufsuchen und regelmäßig Nachuntersuchungen vornehmen.

Mir wurden im Mai 2009 Polypen aus dem Darm entfernt. Seitdem habe ich einen künstlichen Darmausgang, der immer noch nicht beseitigt werden konnte, da ich an einer chronischen Dickdarmentzündung leide. Was kann man nun machen?

Helmut Jablonowski: An einem entzündeten Darm operiert man ungern. Bei einer chronischen Dickdarmentzündung kann man davon ausgehen, dass diese überhaupt erst die Ursache für die Bildung der Polypen war. Daher gilt es nun, die Entzündung mit entsprechend starken Medikamenten in den Griff zu bekommen. Vorher sollte man den Darmausgang nicht zurückverlegen. Wären Sie mit Ihrem entzündeten Darm rechtzeitig zum Arzt gegangen, wäre die Operation vermutlich erst gar nicht nötig gewesen.

Ich leide an Darmbluten. Vor einem Jahr hat man eine Darmspiegelung gemacht, aber die Ursache für mein Leiden nicht entdeckt. Blutungen habe ich weiterhin. Was kann ich nun noch tun?

Schumacher: Darmkrebs ist nicht die einzige Ursache für Blutungen. Ein weiterer Grund könnten etwa Hämorrhoiden sein. Da rate ich Ihnen zu einer weiteren Untersuchung.

Vor sechs Wochen wurde ich am Darm operiert. Nun habe ich gehört, dass die OP auch per Bauchspiegelung möglich ist – wäre diese Methode besser gewesen?

Geertsen: Die minimalinvasive Operation ist an sich genauso risikoreich wie die herkömmliche Methode, wird jedoch noch nicht so häufig eingesetzt. Unsicher ist daher noch, ob sie zur langfristigen Tumor-
behandlung ebenso geeignet ist.
Außerdem besteht die Gefahr, dass man während der Bauchspiegelung bei Komplikationen doch auf
die herkömmliche Methode umsteigen und die Bauchdecke öffnen muss.

Welches sind die klassischen Anzeichen für Darmkrebs?

Jablonowski: Wir sprechen nicht von Früh-, sondern von Warnzeichen – schließlich sind Veränderungen schon ein Anzeichen für ein fortgeschrittenes Krebsleiden. Dazu gehören Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, etwa Bleistiftstuhl, aber auch Blutarmut, weniger Appetit oder eine ungewollte Gewichtsabnahme.

Nach einer Operation am Enddarm hatte ich einen künstlichen Darmausgang, der mittlerweile zurückverlegt wurde. Seitdem leide ich unter Durchfällen. Was kann man dagegen tun?

Schumacher: In diesem Fall kann man wohl doch nicht auf den künstlichen Darmausgang verzichten.

Mit welchem Verhalten kann man Darmkrebs vorbeugen?

Meyer-Lehnert: Sinnvoll ist es, sich viel zu bewegen und Übergewicht abzubauen. Auch eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung ist zu empfehlen. Ein Risiko geht etwa von verarbeitetem Fleisch wie zum Beispiel Räucherschinken aus.

Bei mir sollte eine Darmspiegelung gemacht werden. Während der Untersuchung hatte ich so starke Schmerzen, dass abgebrochen werden musste. Gibt es eine Möglichkeit, die Darmspiegelung doch noch vollständig durchzuführen?

Jablonowski: Ich würde Ihnen empfehlen, die Untersuchung stationär in einem Krankenhaus wiederholen zu lassen. Mit einer ausreichend großen Menge an Medikamenten sollte dann sichergestellt werden, dass die Darmspiegelung ohne Schmerzen durchgeführt werden kann.

Mein Vater ist an Darmkrebs verstorben, der bis in die Leber gestreut hatte. Kann man bei Lebermetastasen überhaupt operieren?

Schumacher: In den meisten Fällen kann man auch bei Lebermetastasen operieren. Die Behandlung wird kombiniert mit einer Chemotherapie.

Ich habe Ausstülpungen im Darm. Ist man damit besonders vorbelastet?

Jablonowski: Ausstülpungen im Darm erhöhen nicht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Im Gegensatz dazu sind jedoch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie etwa Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn vorbelastend.

Ich leide an Darmkrebs. Mittlerweile sind auch die Lymphknoten vom Tumor befallen; nun soll eine Chemotherapie durchgeführt werden. Ist das sinnvoll?

Schumacher: Auf jeden Fall. In der Regel werden solche Entscheidungen von mehreren Ärzten der verschiedenen Fachrichtungen gemeinsam getroffen. Es ist also nicht so, dass der Chirurg aus Prinzip immer zu einer Operation rät. Die Reihenfolge, in der Operation, Bestrahlung und Chemotherapie vorgenommen werden, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und richtet sich nach der Lage des Krebs im Körper.

Donnerstag, 11.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11900016/menuid/2468123

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