Die Glühbirne verschwindet – und die Leute hamstern
Nächste Woche tritt das EU-Verbot in Kraft
BRAUNSCHWEIG. Die EU will ihre Bürger zum Stromsparen erziehen. Sie verbietet herkömmliche Glühbirnen, damit sparsamere Leuchten sich schneller durchsetzen. Ab dem 1. September sind 100-Watt-Birnen verboten – Baumärkte verzeichnen Hamsterkäufe.
Dabei ist das gar nicht nötig. Auch nach dem Stichtag kann man 100-Watt-Birnen kaufen. Es ist zwar Herstellern untersagt, sie in den Handel zu bringen. Hat ein Händler aber noch Birnen auf Lager, darf er die weiter verkaufen. Die alten Glühbirnen werden also langsam verschwinden, nicht mit einem Paukenschlag.
Viele Kunden gehen aber lieber auf Nummer sicher. "Es gibt Firmen, die sich kartonweise eindecken", sagt Sebastian Stora aus der Elektro-Abteilung von Hornbach im Wolfsburger Gewerbegebiet Heinenkamp. "Da liegen dann schon mal 100 Birnen im Wagen." Um den größeren Bedarf zu decken, habe man zusätzliche Birnen bestellen müssen.
Ähnlich scheint es deutschlandweit in den Baumärkten zuzugehen. Der Verein Deutsche Umwelthilfe wirft Händlern vor, sie hätten hohe Lagerbestände an Glühlampen aufgebaut – und konterkarierten damit die EU-Klimaschutzziele.
Laut Gesellschaft für Konsumforschung hat sich der Glühlampen-Absatz zwischen Januar und April um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert, während das Geschäft mit Sparlampen um 2 Prozent geschrumpft ist.
Die EU hat das Glühlampen-Verbot Ende vorigen Jahres beschlossen, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen. Die Energiespar-Lampe soll helfen, doch auch sie ist nicht der Weisheit letzter Schluss. "Um die gleiche Lichtmenge zu erzeugen, braucht eine solche Leuchte nur ein Fünftel der Energie", sagt Professor Andreas Hangleiter, Leiter des Instituts für angewandte Physik der TU Braunschweig. Klingt gut, aber es geht noch besser: "LED-Leuchten kommen mit einem Zehntel der Energie aus. Die Energiespar-Leuchte ist nur eine Zwischenstation.













