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12. Februar 2012
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Mit Energie am politischen Leben beteiligt

Verleger Eduard Vieweg: Aufgeschlossenheit war Grundlage für viele internationale Kontakte

Von Gerd Biegel

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Hans Heinrich Eduard Vieweg wurde am 15. Juli 1796 in Berlin geboren. Sein Vater war Friedrich Vieweg, der nicht zuletzt durch die Förderung Campes seinen Verlag von Berlin nach Braunschweig verlegte. Bereits seit 1799 lebte die Familie Vieweg mit ihrem Sohn Eduard in Braunschweig.

Dessen Erziehung wurde stark beeinflusst durch den Großvater Joachim Heinrich Campe, war also sehr natur- und praxisbezogen ausgerichtet. Nach seiner Schulzeit am Martineum trat Eduard Vieweg am 14. Dezember 1813 in das braunschweigische Husarenregiment ein, musste jedoch ein Jahr später aus gesundheitlichen Gründen seinen Militärdienst beenden. Nun begann er eine Lehre im väterlichen Verlagsgeschäft, die er 1821 für zwei Jahre im Hamburger Verlag Hoffmann und Campe fortsetzte.

Entscheidend für seine Ausbildung und für die zukünftige Entwicklung des Vieweg-Verlages und des europäischen Druckwesens überhaupt sollten die Reisen werden, die Eduard Vieweg während seiner Lehrzeit nach Frankreich und England führten. So begann in Paris der Kontakt zu Justus Liebig, der zu einer engen Bindung zum Viewegverlag führte.

In England waren es die überwältigenden Eindrücke der staatlichen Verwaltung, die Auswirkungen der Industrialisierung und der hohe Stand der Drucktechnik, die den Aufenthalt des jungen Eduard und seine persönliche und berufliche Entwicklung maßgeblich beeinflussten. Sein Reisetagebuch, das sich in den Sammlungen des Braunschweigischen Landesmuseums befindet, macht vor allen Dingen das Interesse Eduard Viewegs an Fragen und Problemen der Drucktechnik deutlich, deren Lösungen er in England bis ins kleinste Detail hinein studierte, notierte und zeichnete, um sie in der Heimat verwerten zu können.

Er brachte 1823 aus England erstmals eine der damals berühmten Columbia-Druckpressen mit auf den Kontinent und steht damit am Beginn einer geradezu revolutionären Entwicklung des Druck- und Verlagswesens in Deutschland. Die Bedeutung dieser neuen Technik hatte er klar erkannt, und so erwarb er auf diese Druckpresse ein Patent. In seinem Auftrag stellten die Eisenwerke in Zorge/Harz Pressen dieser Art her.

1825 trat Eduard Vieweg als Teilhaber in den väterlichen Verlag ein, der nun als Verlag Vieweg und Sohn firmierte. Im gleichen Jahr heiratete er die Tochter des Leipziger Finanzrates Heinrich Wilhelm Campe, Luise Campe. Schwerpunkt der Verlagsproduktion in der Zeit von Eduard Vieweg wurden vor allen Dingen naturwissenschaftliche und technische Werke.

Seine Verlagsarbeit und seine persönliche Aufgeschlossenheit waren die Grundlage für zahlreiche internationale Kontakte zu bedeutenden Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Politik des 19. Jahrhunderts. Neben seiner Verlagstätigkeit nahm Eduard Vieweg zahlreiche Ämter wahr, so etwa im Rechnungsausschuss des Börsenvereins des deutschen Buchhandels (1838 bis 1850), im Rat der Stadt Braunschweig (1839 bis 1855), in der Landesversammlung (1848 bis 1867).

Mit der "Deutschen Nationalzeitung aus Braunschweig und Hannover" (1831 bis 1840), der "Zeitung für das deutsche Volk" (1848), die als "Deutsche Reichszeitung" bis 1866 erschien, sowie in mehreren Abgeordnetenpositionen war Eduard Vieweg auch mit Energie am politischen Leben seiner Zeit beteiligt, bevor er 1866 schwer erkrankte und am 1. Dezember 1869 in Braunschweig starb.

ZUR PERSON

Geboren:
15. Juli 1796 in Berlin

Braunschweiger Wurzeln:
Sohn des Braunschweiger Verlegers Johann Friedrich Vieweg

Lebensstationen:
1822/23 Bildungsreisen durch Europa
1825 Teilhaber im Geschäft seines Vaters
1835 Leiter des Vieweg-Verlages
1839 bis 1855 Stadtverordneter
1829 bis 1867 Mitglied der Landesversammlung

Gestorben:
1. Dezember 1869 in Braunschweig

Bedeutung:
Wichtiger deutscher Verleger, Zeitungsherausgeber und Publizist

Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3860985/menuid/291584

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