BZV
newsclick
Suchen
12. Februar 2012
2-Tage-Vorschau

So kommt die Mensa auf dein Handy

Wie ein Wirtschaftsinformatik-Student selber eine "App" schreibt – Studentenwerk findet die Idee gut

Von Robert Schulz

zoom
Großansicht Großansicht

BRAUNSCHWEIG. Für Smartphones gibt es viele Programme, so genannte "Apps". An der TU Braunschweig entwickelt ein Student derzeit die App "iMensa BS". Sie soll den Studenten die Auswahl des Essens erleichtern.

"Apps" finden immer mehr Verbreitung. Die kleinen Programme für Smartphones, wie das iPhone, zeichnen sich durch leichte Bedienbarkeit aus. Die Programmpalette ist riesig: vom Klassiker "Google Maps" über den Fahrplandienst "Zuginfo" bis zu Spielen wie "Monopoly".

Aus kleinem Praxisteil wird ein Mammut-Projekt

Auch der Speiseplan der Braunschweiger Mensen lässt sich auf dem Smartphone anzeigen – Internetzugang übers Handynetz oder ein lokales drahtloses Netzwerk vorausgesetzt. Doch bisher geht das nur über einen Browser, wie er auch auf Schreibtischcomputern verwendet wird. So richtig praktisch ist das nicht.

Tobias Baube, Student der Wirtschaftsinformatik der TU, will das ändern. Unzufrieden mit der Situation beschloss er, eine "App" zu schreiben, um die Verfügbarkeit der Speisepläne zu erhöhen und die Wahl der Mahlzeit zu erleichtern. In Augsburg hatte Baube 2009 einen digitalen Speiseplan für das iPhone gesehen, aber dessen Funktionen reichen ihm nicht aus – er will es besser machen. Seit Monaten arbeitet der 22-Jährige intensiv an dem Programm, für das er eigens eine neue Programmiersprache erlernt hat. Ursprünglich als kleiner Praxisteil seiner Bachelorarbeit geplant, entwickelte sich die Mensa-App zum "Mammutprojekt".

Wenn Baube sein Projekt vorstellt, bekommt man schnell eine Ahnung, wie komplex die Entwicklung und die technischen Strukturen im Hintergrund der Mensa-App sind. Neben der eigentlichen Programmierung gilt es, die Speisepläne der Mensen, Preise und Inhaltsstoffe vom Server des Studentenwerks "abzugreifen", auf einem eigenen Server zu transformieren und sie so für das iPhone lesbar zu machen. Erst auf dem von Baube gesteuerten Server werden die Speisepläne um Daten wie Bewertungen der einzelnen Mahlzeiten und Filter für Allergiker erweitert.

Diese Daten können dann gebündelt übers Internet zum Smartphone übertragen werden, wo sie langfristig gespeichert werden. "Das hat den Vorteil, dass man, während man iMensa BS‘ benutzt, nicht mit dem Internet verbunden sein muss", sagt Baube. Auch "offline" kann man dann auf dem Smartphone die Hauptspeisen und Beilagen durchsuchen, Menüs bewerten und kommentieren oder, wenn das Essen besonders schmackhaft war, einen neuen Favoriten hinzufügen. Sobald man wieder mit dem Internet verbunden ist, synchronisiert das Telefon die Daten mit dem Server, Bewertungen und Kommentare werden für alle sichtbar.

"Seriös gemacht und professionell gestaltet"

Das Braunschweiger Studentenwerk findet Baubes Projekt gut. "Die Mensa-App ist seriös gemacht und professionell gestaltet", sagt Petra Syring, Sprecherin des Studentenwerks. Wichtig war dem Studentenwerk, die Rückmeldungen der Studierenden über die "App" selbst einsehen zu können, um Rückschlüsse über die Akzeptanz neuer Gerichte zu ziehen.

Schon im kommenden Semester soll "iMensa BS" verfügbar sein, doch zuvor will Baube die Software in einem Feldversuch erproben. "Da die Software über den offiziellen AppStore‘ vertrieben werden soll, muss auch Betreiber Apple der Veröffentlichung zustimmen", erklärt Baube. "Das kann schon mal ein paar Wochen dauern."

Dann erst kann die "App" offiziell von jedermann heruntergeladen werden. Funktionieren soll sie für alle elf Mensen und die Cafeterien des Studentenwerks Braunschweig. Für die Nutzung an TU und HBK wird das Programm kostenfrei sein, für die anderen Standorte soll es einmalig 79 Cent kosten.

Mittwoch, 09.06.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12371042/menuid/291585

Neuigkeiten und Nachrichten aus der digitalen Welt.

[ zu den Artikeln ]

Argentinische Landschildkröte «surfte» gen Süden

zum Artikel ]

Undichte Herzklappen mit neuem Titanring repariert

zum Artikel ]

Überraschend viele Vögel trotzen der Kälte

zum Artikel ]

Forscher: Insekten mögen keine Zebrastreifen

zum Artikel ]

Der Chinesische Nationalcircus - "Seidenstraße"

[ zum Artikel ]