Im Visier der Ingenieure: Mobilität
Neuer, bundesweit einzigartiger Studiengang an der TU Braunschweig
Es ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit und in Braunschweig kann man es jetzt erstmalig in Deutschland als eigenes Fach studieren: Mobilität und Verkehr.
Die Experten sind sich einig: Alle Verkehrstechnologien, ihre Entwicklung und ihr Management sind entscheidend für den Standort Deutschland. Mehr noch: Das Neue liegt in der konsequenten Verknüpfung der Verkehrswege. Hier wird heute jene Pionierarbeit geleistet, die technologischen Vorsprung verspricht.
Der neue fächerübergreifende Studiengang "Mobilität und Verkehr" an der Technischen Universität (TU) Braunschweig widmet sich denn auch vom kommenden Wintersemester an den Fragen und Themen rund um Mobilität und Transport in der modernen Gesellschaft.
Angesprochen werden junge Menschen, die das gesamte Spektrum des Verkehrs im Blick haben:
die sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen
die naturwissenschaftlichen und technischen Methoden für Planung, Bau und Betrieb von Fahrzeugen und Verkehrsanlagen
die modernen Methoden und Technologien des Verkehrsmanagements.
Für sie formuliert man in der TU Braunschweig viele aktuelle und brisante Fragen:
Wie sehen die Autos der Zukunft aus?
Werden sie so umweltfreundlich sein wie Busse und Bahnen oder gar Fahrräder?
Werden wir wirklich zum Taxipreis fliegen?
Wie verhält man sich schlau im Stau?
Welche Instrumente helfen, durch den Verkehrsdschungel einer Großstadt zu navigieren?
Gleich fünf Fakultäten an einem Strang
"Die Themen und Aufgaben rund um Mobilität und Verkehr erfordern ein ganzheitliches Verständnis komplexer Zusammenhänge", weiß Diplom-Ingenieur Stefan Detering vom Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik der TU. Er beantwortet Interessierten alle Fragen rund um den neuen Studiengang.
Wer in Braunschweig künftig Mobilität und Verkehr studiert, wird gleich von fünf Fakultäten betreut:
Bauingenieurwesen
Maschinenbau
Elektro- und Informationstechnik Mathematik und Informatik
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Es ist ein aufeinander aufbauendes Bachelor- und Master-Studium, das so tatsächlich zum ersten Mal in Deutschland angeboten wird. Ziel-Abschluss ist der Master.
"In Sachen Fahrzeug-Intelligenz mischt Braunschweig längst an der Weltspitze mit", weiß Prof. Eckehard Schnieder, Leiter des Instituts für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik. Die anspruchsvolle Ausbildung orientiere sich an den Anforderungen des gehobenen Arbeitsmarktes.
Entsprechend werden Fachpraktika sowohl ins Bachelor- als auch ins Masterstudium integriert, um gezielt Kenntnisse für den Beruf zu erwerben. Sie finden in Einrichtungen und Unternehmen statt, mit denen die TU Braunschweig meist Kooperationsvereinbarungen getroffen hat.
Die Qualifikationsbereiche Planung, Herstellung, Prüfung und Betrieb sollen für gute Aussichten auf attraktive Arbeitsplätze bürgen.
Einsatzfelder der künftigen Absolventen sind:
Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie
Verkehrswegebau
Beratungsunternehmen
Zulassungs- und Prüfwesen
Verkehrsgesellschaften und Logistik-Unternehmen
Politik, Verwaltung und Verbände.
Kristallisationspunkt Forschungsflughafen
Nach dem Master-Abschluss können sich die Absolventen aber auch für eine wissenschaftliche Tätigkeit mit dem Ziel einer Promotion entscheiden.
Stefan Detering: "Es ist ein Studium in der Verkehrskompetenz-Region Braunschweig. Sie ist geprägt durch verkehrsbezogene Industrie- und Gewerbebetriebe der Fahrzeugtechnik und des Eisenbahnwesens und durch Forschungseinrichtungen im Verkehrsbereich."
Das kann man wohl sagen. Nicht zufällig ist Deutschlands einziger Forschungsflughafen hier zu finden. Studenten der TU Braunschweig werden dort in einem eigenen Campusbereich ausgebildet.
Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des Luftfahrtbundesamtes kooperieren eng mit den Instituten der TU, die sich im "Zentrum für Verkehr" zusammengeschlossen haben.
Außerdem ist der Forschungsflughafen eine Keimzelle für junge, innovative Unternehmen. Detering: "An der Schnittstelle von Forschung und Anwendung können Studenten Praktika absolvieren, Studien- und Examens- sowie Promotionsarbeiten anfertigen und nicht selten ihren künftigen Arbeitsplatz finden."













