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01. August 2010
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"Von gebührenfreien Ländern eingekreist"

Wie die HBK den Wettbewerbsnachteil ausgleichen will – Antworten von Dezernats-Leiter Lutz Röttger


Die Fragen an Lutz Röttger, Leiter des Dezernats für Akademische Angelegenheiten der HBK, stellte Campus-Mitarbeiter Robert Schulz.

Hängt der Rückgang der Studierenden- und Bewerberzahlen, gerade in der Freien Kunst, mit den Studiengebühren zusammen?

Der Rückgang der Studierenden- und Bewerberzahlen in den künstlerischen Fächern hängt auch mit der Erhebung von Studienbeiträgen in Niedersachsen zusammen.

Eine entsprechende Befragung von Studienbewerbern 2008 für Freie Kunst/Kunstvermittlung hat ergeben, dass ungefähr ein Drittel die Erhebung von Studienbeiträgen als Entscheidungskriterium bei der Studienortswahl einbezieht. Es ist aber davon auszugehen, dass die Wahl des Studienortes von verschiedenen Faktoren bestimmt wird.

Zwischen Braunschweig und HBK gibt es einen "Imagetransfer", das heißt, die Stadt kann ihre Attraktivität für Studenten und junge Künstler noch deutlich verbessern, was in letzter Zeit auch erfreulicherweise angegangen wird. Hier sind zum Thema Studienortwahl aber weitere Befragungsergebnisse abzuwarten, und auch auf bundesweite Studien kann verwiesen werden.

Wie gleicht die HBK den Wettbewerbsnachteil Studiengebühren aus?

Auch in anderen Bundesländern werden Studienbeiträge erhoben, von denen beispielsweise die Kunsthochschulen in Karlsruhe, Stuttgart, Saarbrücken, München und Münster betroffen sind. In diesen Bundesländern sind die Studienbeiträge Gesetz, die Hochschulen sind also zur Erhebung verpflichtet.

Für uns in Braunschweig gibt es die Problematik, dass wir von gebührenfreien Bundesländern – und Kunsthochschulen – umkreist sind, also etwa die Universität der Künste Berlin eine große Konkurrenz darstellt. Für Bewerber aus angrenzenden Regionen könnte sich also eine benachbarte Hochschule als kostengünstigere, nicht qualitativ bessere, Alternative darstellen.

Die HBK versucht, die Sozialverträglichkeit der Studienbeiträge zu verbessern. Präsidentin Barbara Straka, nimmt hierzu eine aktive Haltung in der Landeshochschulkonferenz ein.

Darüber hinaus versucht die HBK, die Wettbewerbsnachteile durch eine transparente und mit den Studierenden gemeinsam erarbeitete Verwendung der Studienbeiträge zu kompensieren. Sie können also aktiv mitbestimmen, wofür das Geld ausgegeben wird.

Außerdem werben wir überregional

mit gezieltem Hochschul- und Studierendenmarketing sowie mit besonderen Angeboten für die künstlerischen Studiengänge – zum Beispiel dem "Studien-Info-Tag" am heutigen Mittwoch oder dem "Frühstart Kunst" für Bewerber ab 16 morgen und übermorgen.

Mittwoch, 28.01.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9783162/menuid/291585

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