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14. Februar 2012
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Wo Dachfenster auf Regen reagieren

Schlaue Häuser denken mit und entlasten Bewohner. Technik macht’s möglich.

Von Henning Thobaben

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Es klingt wie Zukunftsmusik: Noch während man auf dem Heimweg von der Arbeit ist, schaltet man den heimischen Herd per Handy-Tastendruck ein. So ist der dort lagernde Braten beim Betreten der Küche goldbraun und knusprig. Ein Blick in den Kühlschrank zeigt: alles da. Das Gerät denkt mit und hat Lebensmittel via Internet geordert.

"Solche Ideen sind nicht sehr zielführend und klingen oft lächerlich", sagt Thomas Rössing, Obermeister der Braunschweiger Elektro-Innung. Doch der in den 80er Jahren aufgekommene Grundgedanke von vernetzten Häusern ist immer noch hochaktuell. Denn auch ohne übertriebene Phantastereien verhelfen die Konzepte zu höherer Energieeffizienz, mehr Sicherheit und größerem Komfort.

Höhere Energieeffizienz 

Gerade in Zeiten des Klimawandels und steigender Kosten sind intelligente Systeme zur Steigerung der Energieeffizienz gefragt. "Würde man eine Küche intelligent steuern, würde sich beispielsweise der Gefrierschrank automatisch ausschalten, wenn der Herd an ist. Bei so einer kurzen Zeit tauen die Lebensmittel nicht auf", sagt Rössing.

Auch die Lichtsteuerung wird automatisiert: Helligkeitssensoren sorgen auf Wunsch für eine Beleuchtung im Wohnraum, die sich dem Sonnenlicht anpasst. Verlässt jemand oft eilig das Zuhause und lässt aus Versehen das Licht im Badezimmer an – die Lösung ist da: An einem zentralen Regler im Eingangsbereich können mit einem Knopfdruck alle elektrischen Verbraucher ausgeschaltet werden.

Dafür leiten einen Orientierungslichter beim nächtlichen Toilettengang ins Bad. "Auch dauerhaft brennende Nachtlichter werden dank verbrauchsarmer LED-Technik häufiger", sagt Rössing.

Bei der Heizung sind die Möglichkeiten ebenfalls groß. So können am Fenster installierte Sensoren dem Heizventil mitteilen, ob das Fenster geöffnet ist. In diesem Fall wird die Leistung zurückgefahren. Darüber hinaus weiß ein intelligentes Haus, dass bei Abwesenheit der Bewohner weniger geheizt werden muss. Zur besseren Isolierung werden abends die Rolläden geschlossen.

Mehr Sicherheit 

Die automatische Bewegung der Rolläden kann auch potenzielle Einbrecher abschrecken. Die so genannte Anwesenheitssimulation lässt das Haus auch während längerer Abwesenheit bewohnt erscheinen.

Beliebt ist auch eine Zentralverriegelung. Diese kann beispielsweise im Schlafzimmer über ein Display abgerufen werden und liefert Auskünfte über eventuell offene Fenster oder Türen. "So etwas läuft über Funkübertragung und ist auch gut nachrüstbar", sagt Rössing. Die Bedienung sei einfach. "Einmal alles einprogrammieren und fertig", sagt der Experte.

Integriert werden kann auch ein "Panikschalter". Bei einem vermuteten Einbruchsversuch schaltet sich bei Auslösung rund um das Haus Licht ein und soll ungebetene Besucher schnell wieder vertreiben. "Eine solche Sache hängt auch immer vom individuellen Sicherheitsbedürfnis ab", meint Rössing.

Für besonders wichtig hält der Obermeister vernetzte Rauchmelder. "Gerade wer ein größeres Anwesen mit mehreren Etagen hat, sollte sich das überlegen", so Rössing. Bedingt durch geschlossene Türen könne man einzelne Melder in entfernteren Räumen leicht überhören. Durch die Vernetzung lösen bei Aktivierung eines Melders auch die Geräte in anderen Räumen Alarm aus.

Größerer Komfort 

Hier sind die Möglichkeiten vielfältig. Eine automatische Bewässerung des Gartens macht das Leben ebenso angenehmer wie eine geregelte Beschattung durch Markisen oder Jalousien.

Wer im Dachgeschoss wohnt, dürfte besonders im Sommer häufiger das Bedürfnis haben, nachts oder bei Abwesenheit zu lüften. Doch Pfützen möchte auch keiner haben. Intelligente Dachfenster schließen automatisch bei Regen. "Die Kosten liegen bei rund 200 bis 300 Euro pro Fenster", so Rössing.

Der Fachmann weist auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: das Lüften. In immer mehr Wohnungen und Häusern kommt es zu Schimmelbildung. "Wenn man morgens schnell das Haus verlässt und abends wiederkommt, bleibt die feuchte Luft oft den ganzen Tag im Haus", sagt Rössing.

Durch Systeme, die Luftfeuchtigkeit messen und mittels Ventilatoren und Schächten für einen automatischen Luftaustausch sorgen, kann das Problem alleine durch Technik gelöst werden.

Samstag, 06.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11883553/menuid/291622

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