So nutzen Sie kostenlose Programme
Open Source macht Bezahlsoftware Konkurrenz Die Kunst ist es, nicht den Überblick zu verlieren
Wem Kaufprogramme zu teuer sind, der kann sich im Internet beschenken lassen. Open Source heißen die kostenlosen Programme, die teure Textverarbeitungs- oder Präsentationsprogramme ersetzen. Man darf bei dem Riesen-Angebot nur nicht den Überblick verlieren.
Offene Quelle das heißt Open Source übersetzt. Darum geht es: Quelltexte offenlegen, die Konzerne mit Bezahl-Programmen ihren Kunden vorenthalten. Ein Quelltext zeigt in Programmiersprache an, wie ein Programm geschrieben ist, bildet also auch die Grundlage, um ein Programm umschreiben zu können.
Liegt die Quelle offen, kann im Prinzip jeder alles programmieren, wenn er sich auskennt, und so bestehende Programme zum Beispiel anwenderfreundlicher machen.
Wer die Kalender-Funktion im E-Mail-Programm Outlook überflüssig findet, oder gerne mehrere Fenster in seinem Webbrowser gleichzeitig öffnen möchte, kann sich online auf die Suche begeben nach einer kostenlosen Open-Source-Alternative zum bekannten Microsoft-Produkt.
Open-Source-Programmierer bilden eine große Gemeinschaft, und ihr Vertriebsweg ist das Internet. IT-Berater Christian Grams von der H & D Consulting Group in Wolfsburg: "Sie arbeiten nach folgendem Prinzip: Entwickle ein Programm, das vielleicht nur eine Aufgabe ausführt diese aber dafür perfekt."
Damit ist man auch schon beim kleinen Nachteil der Open Source-Programme: Weil jeder Open-Source-Programmierer die perfekte Anwendung zur Verfügung stellen will, ist die Auswahl an kleinteiligen Programmen riesengroß. Nicht geschulte Anwender können ob des Angebots schnell verzweifeln und wieder zu Altbewährtem greifen.
Wie man das verhindert? Indem Laien sich an bekanntere Open-Source-Programme halten. Mozilla Firefox, Thunderbird, Open Office diese Namen sind keine Geheimtipps mehr. Sie funktionieren ähnlich wie die gewohnten Webbrowser oder Bezahl-Bürosoftware und sind auch für Open-Source-Neulinge keine große Umstellung.
Zudem gibt es eine Open-Source-CD, die im Internet zu bestellen ist. "Selbst, wenn diese CD etwas kostet, ist die Software immer noch billiger als ein Paket mit der bekannten Bezahlsoftware", sagt Gram.
Natürlich liefert die Open-Souce-Gemeinschaft auch komplette Betriebssysteme, die auf Linux basieren und Microsoft ersetzen Fedora ist eines von ihnen. Wer sich einen neuen Computer kauft, auf dem das Betriebssystem bereits installiert ist, kann dennoch Geld sparen. Er verzichtet einfach auf das Bezahl-Software-Paket, das der Hersteller meist empfiehlt. "Wer einen Internet-Zugang hat", sagt Grams, "kann sich die Software als Open-Source-Version herunterladen."
Auch Unternehmen nutzen inzwischen Open-Source-Programme. Im Open Source Survey 2008 der amerikanischen Firma Actuate 3 werten 65 Prozent der deutschen Teilnehmer die Programme als eine Option für ihr Unternehmen und 50 Prozent setzen sie bereits ein.











