So behandeln Sie Äpfel gegen Mehltau
Sommersonne lässt Äpfel früher reifen Trockenheit sorgt für verstärkten Schädlingsbefall
Die sehr warme Witterung im Juli hat dafür gesorgt, dass die Frühäpfel in diesem Jahr noch früher reifen als sonst üblich.
Die ersten Äpfel des "Klarapfels", auch als Augustapfel bekannt, lagen schon Mitte Juli unterm Baum, zum Teil angestochen durch den Apfelwickler. Die Nachkommenschaft des bedeutendsten Obstbaumschädlings ist auch bekannt als Obstmade.
Auch durch die Trockenheit der vergangenen Wochen sind die frühreifen Äpfel vermehrt abgefallen. Der fehlende Regen oder unregelmäßiges Gießen sorgten für unzureichende Bodenfeuchte. Die Bäume haben zur Selbsterhaltung auf fehlende Feuchtigkeit, die die Wurzeln nicht liefern konnten, mit dem Fall der Früchte und Blätter reagiert.
Um den Boden in Wurzelnähe länger feucht zuhalten, sollten Sie für Schatten sorgen. Mit Gründüngungspflanzen wie Phacelia und Lupine oder Kapuzinerkresse können Sie die Baumscheiben bedeckt halten. Das Mulchen mit kleingeschnittenen Pflanzenresten oder Rasenschnitt ist eine weitere Maßnahme zur Bodenschattierung.
Nicht nur die Trockenheit hat die Obstgehölze geschädigt, auch sind Blätter und Früchte von Pilzkrankheiten befallen. Der Mehltaupilz ist vorrangig an den Triebspitzen als grauweißer, mehliger Belag zu erkennen. Die erste Schädigung der Blätter und Knospen geschieht im Mai, später vertrocknen die Blätter vom Rand her und sterben ab. Der Schaden setzt sich fort, wenn Sie nicht durch Schnittmaßnahmen den Infektionsherd beseitigen. Der Rückschnitt der geschädigten Triebe zum jetzigen Zeitpunkt ist eine unzureichende Lösung, denn die Pilzsporen können die in den Blattachseln neugebildeten Knospen infiziert haben, und der Schaden fürs nächste Jahr ist programmiert. Der Mehltaupilz überwintert nur an lebenden Pflanzen, deshalb können Sie das Schnittgut kompostieren, aber abdecken.
Bei Neupflanzung sollten Sie auf widerstandsfähige Sorten achten und auf mehltauanfällige wie Jonathan, Cox Orange, Weißer Klarapfel, Jonagold, Gravensteiner, Ontario und Ingrid Marie verzichten.
Der Apfelschorf, eine weitere Pilzkrankheit hat, begünstigt durch das feuchte Frühjahr, schorfempfindliche Sorten stark geschädigt. Ohne chemische Pflanzenschutzmaßnahmen ist es schwierig, diese anfälligen Sorten gesund zu halten. Die Pilzsporen breiten sich im Frühjahr und Sommer aus und infizieren Blätter und Früchte. Deshalb ist es sehr wichtig, durch einen regelmäßigen Rückschnitt für eine lichte Krone zu sorgen. Blätter und Früchte können dann besser abtrocknen und die Voraussetzungen für das Keimen der Pilzsporen sind nicht gegeben.
Bei Neupflanzung sollten Sie schorfanfällige Sorten wie Cox Orangen Renette, Ingrid Marie, Golden Delicious, Gloster, Jonagold, Gala Royal meiden. Schorfbefallenes Obst und schorfige Blätter sollten nicht auf den Kompost. Weil die Pilzsporen sehr widerstandsfähig sind, bleiben sie lange keimfähig. Die befallenen Blätter und Früchte sollten Sie schnell entfernen und im Hausmüll entsorgen.













