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01. August 2010
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Neuer Test kann Dopingkontrollen «revolutionieren»

Von Yuriko Wahl, dpa

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Köln (dpa) - Ein neues Marker-System, das verbotenen Drogenkonsum beispielsweise im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz über Urin-Tests nachweist, soll nun auch die Doping-Fahndung im Sport verbessern.

«Unser Marker-System ist eine Weltneuheit. Wir deklarieren es als fälschungssicher und sind uns nach über zehnjähriger Forschung und mehr als 40 000 Analysen sicher in dieser Aussage», sagt Prof. Ruprecht Keller, Leiter des Zentrallabors der Städtischen Kölner Kliniken und Erfinder des neuen und erfolgreichen Marker-Verfahrens. Seine Tests könnten die Dopingkontrollen «revolutionieren». Das renommierte Doping-Kontrolllabor der Deutschen Sporthochschule in Köln und die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland NADA in Bonn zeigen sich sehr interessiert.

Das Auffinden der geeignete Markierungsstoff sei extrem schwierig und langwierig gewesen, erklärt Keller. «Als Marker verwenden wir Mittel, die völlig ungiftig sind und die vor allem in Medikamenten verwendet werden, wenn kein Alkohol gegeben werden darf - zum Beispiel bei Kinderhustensaft.» Die Markersubstanz werde in Getränkeform verabreicht. Schon 30 Minuten später könne die Testperson ihren Urin abgeben, der Marker verschwinde kurz darauf wieder aus dem Körper.

«Das für den Getesteten und den Kontrolleur extrem peinliche Urinieren unter Aufsicht entfällt», sagt Keller. Denn ein Untermogeln von Fremdurin sei nicht mehr möglich, da das Urin durch den Marker eindeutig zuzuordnen sei. Selbst eine Verdünnung des Urins werde sofort erkannt. «Wir senken die Fehlerrate und könnten damit auch ein Stück mehr Sicherheit in die Antidoping-Szenen bringen», sagt Keller zu dem Verfahren, das er sich patentieren ließ.

Bisher analysiert sein ausgegliedertes Kölner Labor der Firma Ruma täglich 150 Proben am Tag, viele stammen auch von Teilnehmern an Methadon-Programmen. «Wir haben Anfragen aus Bayern oder aus den neuen Ländern.» Pressesprecherin Monika Wetzke ergänzt: «Wir haben unsere Tests auch den Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen angeboten, sechs von acht haben sie eingeführt.» Es lasse sich nun eindeutig nachweisen, ob die Gefangenen Drogen konsumierten.

Auch Arbeitgeber ließen bisweilen Drogentests durchführen. Die Deutsche Bundesbahn, das Bundesverteidigungsministerium, einige TÜV-Anstalten oder auch das Münchner Oberlandesgericht prüfen derzeit laut Wetzke eine Einführung des Marker-Verfahrens.

Als neues Marksegment nimmt Keller nun die Sportmedizin ins Visier. «Es reizt uns, jetzt in die Doping-Geschichte reinzukommen.» NADA-Geschäftsführer Roland Augustin sagt: «Wir stehen dem Verfahren sehr aufgeschlossen gegenüber.» Um zu klären, ob es auch für Dopingkontrollen eingeführt werden könne, seien aber noch «weitere Evaluierungen nötig».

Das Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln, eines der beiden in Deutschland von der NADA akkreditierten Labors, äußert sich positiv über den neuen Urin- Marker: «Damit könnten Manipulationen verhindert werden, deshalb wird das Verfahren ja bereits erfolgreich in der Drogen-Analytik eingesetzt», meint der stellvertretende Laborleiter Hans Geyer. «Ein großer Vorteil ist auch, dass die Schamgrenzen nicht verletzt werden, da die Aufsicht bei der Urinabgabe entfällt.» Nach der bisherigen Überprüfung, die Ende März abgeschlossen werden soll, handele es sich um ein «vielversprechendes» Verfahren.

Mittwoch, 08.03.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/5164493/menuid/399052

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