Eine Perle im Osten Brandenburgs
Das Städtchen Müllrose im Osten Brandenburgs feiert seinen 750. Geburtstag.
Der Name wäre gut für jeden Krimititel: Müllrose. Stinkts hier zum Himmel oder duftet die Blume betörend? Oder wie oder was? Man denkt unwillkürlich an Umberto Eco, man erinnert sich an Müllskandale und liegt doch vollkommen daneben. Müllrose ist ein kleines Städtchen im äußersten Ostwinkel Brandenburgs: Mit den Seen und der Oder gibt es reichlich Wasser in der direkten Umgebung, was Badefreunde, 4500 Müllroser und alle Fischer gleichermaßen freut.
Hübsch ist der Stadtkern am Markt, der nach der Wende für viele Millionen Euro saniert wurde. Gastronomie und Hotellerie am Ort haben allerdings noch ein wenig Nachholbedarf. Überregional bekannter ist das Erholungsstädtchen, das für Radler und Wanderer viele Wege bietet, durch seine Lage am Rande von wildromantischer Natur. Kein Wunder daher, dass der Erholungsort, der in diesem Jahr 750 Jahre alt wird, mächtig stolz ist auf seinen Beinamen: "Tor zum Schlaubetal". Und tatsächlich: Dieser gleichnamige Naturpark ist ein ganz starkes Stück Brandenburg.
Jede Menge Wasser und viel Holz, Müllrose und Umgebung sind ideale Standorte für Wassermühlen. Einige haben die Stürme der Zeit überstanden und sind erhalten geblieben ob in der Produktion, ob als Sägewerk, ob als Restaurant und Hotel oder als funktionstüchtiges Denkmal.
Direkt am Ortseingang markiert eine der größten Mühlen Deutschlands, die noch voll in der Produktion steht, Tradition und Zukunft gleichermaßen. Die Oderland-Mühlenwerke, 1260 gegründet, versorgen die Region bis Berlin mit Mehl: "200 Tonnen Weizen oder Roggen werden täglich vermahlen", sagt Müllermeister Winfred Blume, der sich nach offiziellem Amtskauderwelsch heute aber "Verfahrenstechnologe für Getreideverarbeitung" schimpfen muss.
Zuschauen bei der Arbeit kann man den Müllern auch in Gruppen und nur nach Voranmeldung. Kleiner Tipp: Wer ins Mehl geht, sollte keine dunklen Sachen tragen die sind hinterher weiß.
Müllrose wie kam die Stadt zu ihrem Namen? Da muss man ganz tief in die Geschichte der alten Sorben einsteigen, die irgendwann im 6. und 7. Jahrhundert aus dem Osten kommend in die heutige Mark Brandenburg einwanderten. Und ein gewisser "Milorad" gründete am großen See eine Siedlung, die seinen Namen bekam: Milorad, das mundartlich Molrase gesprochen wurde. Gefeiert werden die 750 Jahre rund um Pfingsten vom 21. bis 24. Mai, mit einem Festumzug und einer Carmina-Burana-Aufführung auf der Seebühne.













