In fünf Tagen um die Welt
Wenn mitten in der deutschen Hauptstadt ein Basar eröffnet, Mongolen Nomadenzelte aufbauen und karibische Zigarrendreher ihr Können zeigen, dann ist wieder ITB-Zeit in Berlin.
Die Internationale Tourismusbörse (ITB) öffnet am Mittwoch. Die Reisemesse gilt der Branche als wichtiges Konjunkturbarometer, und die Veranstalter sehen es als gute Nachricht, dass die Messehallen am Funkturm trotz Krise wieder ausgebucht sind.
Ob Urlauber-Magnete wie Spanien, Dominikanische Republik und Österreich, die deutschen Feriengebiete oder Ziele abseits ausgetretener Touristenpfade wie Bhutan, Gambia und Usbekistan die Palette der Aussteller ist groß. Es geht um Hausboot-Urlaub in Masuren, Wandern in Thüringen und Caravan-Reisen durch Rajasthan. Besucher werden über indische Tänzerinnen staunen, ein reich geschmücktes Moschee-Portal durchschreiten, sich eine Kaviar-Massage gönnen oder bei südafrikanischen Reisemedizinern Tipps einholen über Gesundheitsrisiken während der Fußball-WM. "Die Gründe für den Besuch sind: persönliche Reisetipps von Experten, Action und Spannung für die ganze Familie und das besondere internationale Flair", sagt ITB-Manager David Ruetz. Partnerland in diesem Jahr ist die Türkei, wo im vergangenen Jahr 4,5 Millionen Deutsche Urlaub machten. Das Land mit der europäischen Kulturhauptstadt Istanbul hat einen der größten Stände und verspricht "eine Reise voller Faszination", wie Ibrahim Yazar sagt, der Sprecher des türkischen Tourismusministeriums.
Bei einem Fachkongress geht es um die Trends der Branche. Dabei wollen die Experten unter anderem über neue Strategien für den gebeutelten Markt für Geschäftsreisen diskutieren. Viele Firmen haben wegen der Wirtschaftskrise ihre Reiseetats zusammengestrichen. Ein wichtiges Thema ist auch nachhaltiges Reisen. "Sanfter Tourismus ist weiter im Kommen", sagt ITB-Manager Ruetz und verweist auf immer neue Öko-Tourismus-Angebote von Vietnam über Iran und Namibia bis New Mexico und Ecuador.
Erstmals gibt es eine Halle zu mobilem Reiseservice. Dabei geht es darum, Reisen per Handy zu buchen und mit Navigationsgeräten einfacher ans Ziel zu kommen. Technikfreunde sollen am Stand der Turkish Airlines auf ihre Kosten kommen, wo sie als Testpilot im Flugsimulator eine Boeing 777 steuern können.













