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13. Februar 2012
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Die Toleranz kennt weiter Grenzen

Deutsche Nudisten schockieren einige polnische Strandgänger.

Von Monika Stefanek

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Eigentlich waren die Nudisten schon immer da. Bis Polen dem Schengener Abkommen beigetreten ist, war aber der Usedomer Strand zwischen dem deutschen Ahlbeck und dem polnischen Swinoujscie wegen des Maschendrahtzaunes getrennt. "Endlich werden wir ohne Passkontrolle rübergehen können, im Sommer auch nur im Badeanzug", freute sich Janusz Zmurkiewicz, der Stadtpräsident von Swinoujscie, kurz vor dem Wegfall der Grenzkontrollen im Dezember vergangenes Jahres.

Nur eines hatte er nicht vorausgesehen: Nicht alle tragen auf der deutschen Seite des Strandes Badeanzüge. Für streng katholische Menschen in Polen kann das sehr problematisch sein. Immer mehr Urlauber aus Polen, neugierig auf den ihnen bisher unbekannten Strand, machten sich auf den Weg über die Grenze. Die Anwesenheit der Nudisten sorgt bei vielen, besonders älteren Menschen, für Empörung. "Das ist doch unerhört, dass sie sich ganz nackt sonnen!", entrüstet sich die 63-jährige Stanislawa Borecka.

Das Thema, über das die Urlauber sich bisher nur beim Sonnen unterhielten, kann bald internationale Folgen haben. Unter den Besuchern des Strandes befand sich nämlich auch ein Stadtabgeordneter von Swinoujscie, Edward Zajac, der von manchen Einwohnern des Ostseekurortes auch "Moral-Wächter" genannt wird. Für ihn ist die Anwesenheit der deutschen Nudisten in unmittelbarer Nähe zum polnischen Strand inakzeptabel. "Das ist doch abartig!", wetterte der Stadtabgeordnete der Partei Recht und Gerechtigkeit bei einer Sitzung des Stadtrates von Swinoujscie. Die beste Lösung, nach Zajacs Meinung, wäre die Verlegung des FKK-Strandes weit von der polnischen Grenze. Dazu aber wird es nicht kommen. Stattdessen wird die hohe Kunst der Diplomatie geübt. "Der Stadtpräsident wird sich demnächst mit einer Bitte an den Ahlbecker Bürgermeister wenden, um den FKK-Strand sichtbar auf Polnisch und Deutsch zu beschildern", so Robert Karelus, Pressesprecher des Stadtoberhauptes.

Samstag, 26.07.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8837897/menuid/460602

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