Antibiotika verlieren an Wirkung
Bakterien werden häufiger resistent – Einige Infektionskrankheiten nehmen zu
BRAUNSCHWEIG. Antibiotika können Leben retten. Die Medikamente helfen bei bakteriellen Infektionen wie Lungenentzündung und Tuberkulose – aber leider nicht immer. Forscher und Ärzte warnen, dass zunehmend mehr Bakterien Widerstandskräfte entwickeln und die Mittel wirkungslos bleiben. So gibt es bereits gegen einige Krankenhauskeime kein wirksames Antibiotikum mehr.
Resistenzen werden zwar immer auftreten, aber das Ausmaß lässt sich beeinflussen. Den entscheidenden Aspekt nennt Bastian Dornbach, Sprecher am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig: "Sowohl in der Humanmedizin als auch in der Tierhaltung müssen Antibiotika weniger stark und vor allem gezielter eingesetzt werden."
Die Weltgesundheitsorganisation rät, Über- und Unterdosierungen zu vermeiden – Patienten müssen sich strikt an die Vorgaben zur Einnahme halten. Außerdem sollen Antibiotika nur bei bakteriellen Infektionen angewendet werden, nicht gegen Viren.
Die Pharmaindustrie steht oft unter dem Vorwurf, die Entwicklung neuer Antibiotika aus wirtschaftlichen Gründen zu vernachlässigen. Der Verband forschender Arzneimittelhersteller hält dagegen, dass in den nächsten drei Jahren voraussichtlich elf neue Mittel auf den Markt kommen.
Das größte Problem: Von der ersten Idee bis zur Zulassung eines Medikaments vergehen im Schnitt zehn Jahre. Bakterien sind schneller.
FAKTEN:
Antibiotika hemmen das Wachstum oder die Vermehrung von
Bakterien, oder töten sie ab.
Bakterien werden vor allem
durch Mutation gegen Antibiotika unempfindlich. Ihr Erbmaterial ändert sich
spontan und sehr schnell.













