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14. Februar 2012
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Die Toten ruhen im Haus Gottes

Die katholische Herz-Jesu-Kirche in Hannover wird als Begräbnisraum für Urnen genutzt

Von Cornelia Steiner

Sie sollen behütet sein, sollen dort ruhen, wo das Leben spielt, wo Menschen Gottesdienste besuchen, beten und singen. In der Kirche – in einem Kolumbarium.

Das lateinische Wort war ursprünglich die Bezeichnung für einen Taubenschlag. Weil die Urnen-Grabkammern im alten Rom aber diesen Taubenschlägen ähnelten, wurden sie ebenfalls so genannt. Heute gibt es Kolumbarien auf Friedhöfen, an Krematorien und zunehmend in Kirchen.

Die katholische Kirche Heiliges Herz Jesu in Hannover ist die erste in Niedersachsen, in der ab sofort Verstorbene bestattet werden können. Das Interesse daran ist groß – seit der Eröffnung im Februar bekommt der Geschäftsführer des Kolumbariums, Johannes Kollenda, viele Anfragen aus der gesamten Region.

"Es sind vor allem zwei Dinge, die den Menschen gefallen", sagt Kollenda. "Erstens entfällt hier die Grabpflege. Das entlastet Angehörige, die weit entfernt wohnen. Zweitens empfinden viele den Gedanken als angenehm, in einer Kirche bestattet zu sein, weil sie eine Verbindung zum Leben darstellt. Die Verstorbenen sind ja ein Teil von uns. Hier wird das deutlich, sie gehören dazu."

In den Seitenschiffen der Kirche ist zunächst Raum für 1500 Urnen, später können noch einmal so viele hinzukommen. Sie finden Platz in gläsernen Fächern – die Wände sind getrübt, nur die Frontplatte ist klar. Auf ihr wird der Name des Verstorbenen eingraviert, das Geburts- und Sterbedatum, und auf Wunsch ein Spruch oder ein Bild. Die Fächer reihen sich an dünnen Stangen übereinander.

"Wir nennen diese Konstruktion Himmelsleiter – in Anlehnung an die biblische Geschichte der Jakobsleiter im Buch Genesis", sagt Kollenda. "Die Himmelsleiter ist die Verheißung auf das Zusammensein mit Gott und die Auferstehung. Sie ist ein Symbol der Hoffnung, auch wenn es zugleich um Abschied und Trauer geht."

Fast eine halbe Million Euro hat der Umbau gekostet. Die Pfarrgemeinde hat das Gebäude mit diesem Schritt vor dem Aus bewahrt: Wegen schwindender Mitglieder und Steuereinnahmen trennt sich das Bistum Hildesheim von einigen Kirchen. Auch Herz-Jesu sollte entweiht werden.

"Wir haben das Ganze wie eine Unternehmensgründung aufgezogen", erläutert Kollenda, der eigentlich Unternehmensberater ist. "Das Kolumbarium trägt sich durch die Einnahmen selbst, das Bistum muss nichts zahlen. Außerdem finden neben den Trauerfeiern weiterhin Gottesdienste statt"

Die Grabstellen werden zunächst für 20 Jahre belegt und können verlängert werden. Wenn das Kolumbarium geöffnet ist, ist immer ein ehrenamtlicher Trauerbegleiter anwesend.

Samstag, 13.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11911306/menuid/472005

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