Braunschweig und das neue Institut
Technik-Uni verstärkt sich
mit Rechtswissenschaften
Von "Marktlücke" war die Rede, hohen Erwartungen und viel Sympathie: Hätte die Technische Universität Braunschweig seit gestern nicht auch offiziell ein Institut für Rechtswissenschaften man müsste es glatt erfinden.
Zahlreiche Justizbehörden sind in Braunschweig bis hinauf zum Oberlandesgericht angesiedelt, zahlreiche hohe und höchste Behörden nicht weniger als zwölf Präsidenten unter 100 hochrangigen Vertretern des öffentlichen Lebens machten denn auch dem neuen Institut ihre Aufwartung.
Nein, Braunschweig rückt damit nicht in eine Reihe mit den juristischen Fakultäten des Landes in Göttingen, Hannover und Osnabrück. Doch das neu aufgestellte Institut für Rechtswissenschaften bietet in Braunschweig praxisnahe Vertiefung für die Ingenieur- und Wirtschaftsstudiengänge.
Mehr noch: Eigene Forschung und Beiträge zu aktuellen rechtswissenschaftlichen Brennpunkten sorgen für besondere Schlaglichter:
Rechtsfragen der Entsorgung von Atommüll sind brandaktuell und mit zahlreichen ungelösten Problemen verbunden.
Die erneuerbaren Energien begründen ein ganz neues Recht, das mittlerweile international aus Deutschland abgerufen wird.
Permanenter Fortschritt in Wissenschaft und Technik erfordert zunehmende rechtswissenschaftliche Absicherung.
Aber auch das ist nicht alles, denn es herrscht Konsens darüber, das neue Institut zum Forum des rechtswissenschaftlichen Diskurses in der Region auszubauen. "Es braucht diesen Dialog, wir haben da eine ganz große Erwartungshaltung", sagt Oberlandesgerichtspräsident Karl-Helge Hupka.
Aber das ist keine Frage, liegt schon in der Intention des Impulsgebers Professor Edmund Brandt. Der neue Leiter des Instituts für Rechtswissenschaften war zuvor Präsident der Technischen Universität Clausthal im Oberharz.
Gemeinsam mit Braunschweigs Uni-Präsidenten Jürgen Hesselbach fädelte er die Gründung der Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH) ein. Noch in diesem Jahr wird der rechtswissenschaftliche Kommentar zur NTH vom neuen Institut präsentiert.
Lothar Hagebölling, Chef der Staatskanzlei, betont die Bedeutung des Instituts als sinnvollen Ausbau der Expertise in einer Region, die immerhin das stärkste Forschungsnetzwerkes Europas stellt. Konkurrenz für die Jura-Standorte Hannover, Göttingen und Osnabrück sei das nicht, nur Ergänzung.
Brandt (62) ist Inhaber des Lehrstuhls für Staats- und Verwaltungsrecht sowie Verwaltungswissenschaften. Sein Partner im Institut, Professor Andreas Klees (36), lehrt Bürgerliches Recht und Unternehmensrecht.
Interessiert saß gestern im Publikum Günter Burmeister, Richter am Bundesverwaltungsgericht. Er wird am 14. Juli im neuen Institut über Diskriminierungsverbot und Dienstrecht sprechen.













