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11. Februar 2012
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Noch weniger Bahnverbindungen in unserer Region

600 000 Zugkilometer sollen gestrichen werden

Von Uwe Hildebrandt

BRAUNSCHWEIG. Die Gleisstrecke zwischen Braunschweig und Hildesheim wird für 140 Millionen Euro ausgebaut – dennoch soll ein beträchtlicher Teil der täglich auf dieser Trasse rollenden Regionalzug-Verbindungen wegfallen.

Auch andere Verbindungen in der Region stehen auf dem Prüfstand.

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" erhebt schwere Vorwürfe gegen den Zweckverband Großraum Braunschweig, der in unserer Region den Zugverkehr bestellt. Der Großraumverband erarbeite keine zukunftsweisenden Konzepte für Zugstrecken, die nicht von der geplanten Regiostadtbahn abgedeckt würden. "Besonders betroffen ist der Vorharz", sagte Niedersachsens Pro-Bahn-Vorsitzender Björn Gryschka unserer Zeitung.

Die Schiene werde in unserer Region immer unattraktiver. Gleichzeitig würden in anderen Regionen, die die Landesnahverkehrsgesellschaft betreut, die Taktzahlen erhöht, so Gryschka. Als Beispiel nannte er die Heidebahn bei Soltau.

Großraumverbands-Direktor Hennig Brandes bestätigte auf Nachfrage, dass bei Wegfall eines Nahverkehrs-Zuschusses des Landes in Höhe von 5,6 Millionen Euro rund 600 000 jährliche Zugkilometer gestrichen würden. Das Land hatte die Summe seit 2008 überwiesen, um Kürzungen des Bundes abzufedern.

Brandes äußerte die Hoffnung, dass das Land doch zahle und somit der Zugverkehr im jetzigen Umfang bestehen bleibe. Christian Haegele, Sprecher des Verkehrsministeriums, zerschlug aber gegenüber unserer Zeitung alle Hoffnungen: "Es hat sich gezeigt, dass die Mittel für die Verkehrsträger ausreichen. Auch der Zweckverband müsste genug Geld haben, um die Verkehrsleistungen zu bestellen. Es gibt keinen neuen Landeszuschuss."

Brandes sagte jedoch, dass das Geld nicht ausreiche. Damit dürfte die Streichung von Zugverbindungen besiegelt sein. Brandes bestätigte, dass es dann unter anderem auf der Strecke Hildesheim-Braunschweig weniger Abfahrtszeiten geben werde. Welche Strecken noch betroffen sein werden, sagte er noch nicht.

Kurioserweise bewerten die beiden zuständigen Verkehrsträger die Attraktivität der Strecke Braunschweig-Hildesheim gegensätzlich: Der Großraumverband will die derzeitige Zahl von elf täglichen Abfahrten pro Fahrtrichtung als Reaktion auf die Landeskürzung deutlich reduzieren. Die Landesnahverkehrsgesellschaft empfiehlt hingegen, auf Stundentakt und 17 Abfahrten zu erhöhen und die meisten Züge bis nach Wolfsburg zu schicken.

Immerhin sollen die ICE zwischen den Städten wie gehabt verkehren. Fahrplanwechsel ist am 12. Dezember.LEITARTIKEL,

  BRAUNSCHWEIGER LAND

Samstag, 04.09.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12872973/menuid/472005

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