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19. März 2010
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Handschuhe und Öfen für die Erdbeben-Opfer

Noch immer sind rund drei Millionen Menschen in Pakistan obdachlos – Braunschweiger Hilfsorganisation Shelter verteilt Winterkleidung

Von Katrin Teschner

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Einige Handschuhe sind viel zu groß, aber das stört die Kinder nicht. Kichernd ziehen sie sie über die Finger und halten sie stolz in die Kamera. Die Menschen in den Camps haben alles verloren und sind dankbar über jeden Schal und jede Jacke, die die Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter ihnen reichen. In den Bergen Pakistans ist es eisig kalt, bald wird eine meterhohe Schneedecke die Bergpässe unpassierbar machen.

Es sind Bilder wie das von den Kindern im Mansehra-Distrikt, die den Helfern Mut machen, sagt Udo Stolte. "Unsere Mitarbeitern sehen viel Not und Elend. Sie arbeiten Tag und Nacht, bis an den Rand der Erschöpfung."

Der Leiter von Shelter Germany koordiniert von Braunschweig aus die Einsätze der Hilfsorganisation in der Erdbeben-Region. Er weiß, dass der Einsatz noch lange dauern wird: In den Lagern leben tausende Menschen. Sie brauchen Essen und warme Kleidung im Winter, ein Dach über den Kopf und eine Perspektive für die Zukunft. Die Gegend ist unwegsam, ganze Berghänge waren abgerutscht und hatten Dörfer unter sich begraben. Immer wieder kommt es zu schweren Nachbeben. "In einigen Gebieten müssen Helikopter Nahrung abwerfen", sagt Stolte.

Mehr als eine Million Euro haben Menschen aus aller Welt der Organisation gespendet, aus Deutschland kamen mehr als 200 000 Euro. Weil Shelter in Braunschweig seinen Hauptsitz hat, spendeten auch viele Menschen aus unserer Region für die Erdbebenopfer.

Mit diesem Geld konnte die Organisation Projekte in dem Katastrophengebiet anstoßen:

Weil es nicht genug Zelte gab für die Millionen Obdachlosen, baute Shelter in Peshawar eine eigene Fabrik auf. Noch im November begannen Mitarbeiter, Zelte zu verteilen, dann folgten Decken, Matratzen und Öfen.

Im Abottabad Distrikt betreibt Shelter eine Suppenküche. Jeden Tag bekommen mehr als 600 Familien eine tägliche warme Mahlzeit – mehr als 4200 Menschen. "Demnächst werden wir dort eine Bäckerei errichten, um zu den Mahlzeiten das in Pakistan übliche Fladenbrot zu reichen", erzählt Udo Stolte.

Die Mitarbeiter verteilen Winter-Kits – zunächst in den höher gelegenen Gebieten. "Dort liegt bereits Schnee, es ist eisig", weiß Udo Stolte. Anschließend wollen sie in die tiefer liegende Orte gehen, nach Battagram, Mansehra und Abottabad. Jede Familie bekommt ein winterfestes Zelt, Steppdecken, Matratzen, eine Plastikplane, einen Holzofen.

Im Frühjahr wird Shelter mit dem Wiederaufbau der Dörfer beginnen. "Mit dem Bau von erdbebensicheren Häusern haben wir Erfahrung", sagt Stolte. Auch vermittelt die Organisation Psychologen.

Freitag, 06.01.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/4914534/menuid/472005

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