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12. Februar 2012
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Deutsche Siedler wurden 1941 in Gulags deportiert

Heute ist der Tag der Russlanddeutschen

Von Thomas Parr

Heute ist der "Tag der Russlanddeutschen". Warum?

Am 28. August 1941 beschuldigte auf Weisung Josef Stalins das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR mit einem Erlass die Wolgadeutschen pauschal der Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Deutschland und verfügte ihre Umsiedlung nach Sibirien und Kasachstan. Anlass war der Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion.

Für mehr als 1,2 Millionen Menschen begann ein unbeschreibliches Elend, 700 000 von ihnen starben.

Die Geschichte der Russlanddeutschen ist mehr als 500 Jahre alt.

Einladung von Katharina der Großen

Massenhaft kamen Deutsche nach Russland, als Zarin Katharina die Große im Jahre 1763 ausdrücklich dazu einlud. Die Zarin brauchte deutsche Bauern, um das fruchtbare und brachliegende Land nutzbar machen zu können. Sie lockte mit Versprechungen wie Religions- und Steuerfreiheit.

An der Wolga wurden 104 deutsche Siedlungen angelegt. Die Bauern fanden wilde Steppe vor, die sie in Kürze nutzbar machen mussten, um die harten Winter zu überstehen. Tausende starben an Seuchen, Hunger und Kälte.

1804 wiederholte Zar Alexander I. die Einladung an die Deutschen, um Ansiedlungen am Schwarzen Meer zu schaffen (Neurussland, Bessarabien und die Krim).

Von 1882 an wurden Tochter- Siedlungen in Turkestan, in der kasachischen Steppe, in Sibirien und im Südural errichtet.

Deportationen seit dem Ersten Weltkrieg

Doch bereits 1887 wurde der Grundbesitz für Ausländer begrenzt, ab 1895 gab es keine Kredite mehr für deutsche Siedler und 1897 begann eine Zwangsrussifizierung.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 lebten 2,5 Millionen Deutsche im russischen Reich, 300 000 von ihnen dienten in der russischen Armee. Die Loyalität bekam den Deutschen schlecht. 1915 gab es die ersten Enteignungen, der Landbesitz wurde russischen Bauern übergeben. Erste Deportationen ins Landesinnere folgten.

1926 schließlich lebten nur noch 1,2 Millionen Deutsche in Russland und auch die letzten verloren Grund und Boden. Sie wurden nach Kasachstan verbannt und in den Norden des Reiches.

Und dann kam der 28. August 1941, der Weg in die sibirischen Gulags, die Straf- und Arbeitslager.

1948 wurden die Russlanddeutschen "auf ewig" verbannt. Der damaligen Bundesrepublik Deutschland gelang es 1955 auf diplomatischem Weg, dass die Einschränkungen für die Russlanddeutschen aufgehoben wurden. Doch ihre soziale Stellung verbessert sich keineswegs.

Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 entspannte sich die Lage: Russlanddeutsche Familien konnten in den Westen auswandern.

 

FAKTEN:

Gesamtzahl: Von 1950 bis 2005 reisten 2,33 Millionen Spätaussiedler und ihren Nachkommen in die Bundesrepublik aus. Davon allein 2,1 Millionen seit 1990.

Niedersachsen:  417 000 Russlanddeutsche lebten Ende 2005 in Niedersachsen.

Raum Braunschweig, Salzgitter,Peine: 31 680 Spätaussiedler bis Ende 2005.

Raum Wolfsburg, Gifhorn, Helmstedt, Wolfenbüttel: 35 240 Spätaussiedler bis Ende 2005.

Donnerstag, 28.08.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9028264/menuid/472005

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