KOMMENTAR: Zickzack-Kurs
So kann es gehen in der Politik: Das Verbot des Genmais-Anbaus bringt Ministerin Aigner viel Beifall – dabei weiß sie selbst, dass ihr Schritt keine Glanztat ist. Es gibt zwar gute Argumente für ein vorläufiges Ende der Nutzung von Mon810: Die Hinweise, dass die Genmanipulation der Futterpflanze nicht nur einen Schädling, sondern ungewollt andere Insekten bedroht, sind ernst zu nehmen.
Nur muss die Ministerin eine solche Entscheidung klug abwägen und gut erklären, schon um klarzustellen, dass nicht die grüne Gentechnik für alle Zeit beerdigt ist. Fehlanzeige: Aigner hat das Verbot ohne Not in großer Hektik und schlecht vorbereitet erlassen, danach fahrig erläutert – sodass auch staatliche Forschungseinrichtungen rätseln, was künftig erlaubt ist.
So viel Nachlässigkeit nährt den Verdacht, dass Aigner aus anderen Motiven die rote Karte zückte: Der Druck aus ihrer CSU war zu groß. Parteichef Seehofer hat Aigner zum Verbot getrieben, weil er ahnt, dass vielen Wählern und besonders den bayerischen Bauern Gentechnik suspekt ist.
Was stört es da, dass Seehofer selbst als Minister 2005 den Genmais zugelassen hat? Jetzt scheint ihm der Wahltaktik wegen das Verbot sinnvoller. Oh ja, auch ein Zickzack-Kurs kann mal in die richtige Richtung gehen, gute Politik wird daraus dennoch nicht.













