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13. Februar 2012
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KOMMENTAR: Reich der Rechthaber

Von Kerstin Loehr

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Außenseiter in einer Gesellschaft sind immer einen Gedanken wert, weil sie mit ihren Überzeugungen zum Denken anregen. Weil sie herausfordern. Ein Bürger aus dem Kreis Peine zum Beispiel hält das Deutsche Reich von 1871 für niemals untergegangen. Man kann über eine solche Auffassung lästern, streiten, schmunzeln oder einfach nur den Kopf schütteln. Privat ist nicht öffentlich. Da ist auch Platz für Rechthaber.

Das Problem liegt andernorts: Historiker können derlei Klientel ohne Weiteres ad acta legen und mit Nichtachtung strafen, nicht aber unsere Behörden, allen voran Polizei und Gerichte. Ihnen rauben solche Leute Zeit – und nötigen zum Einsatz, der an anderer Stelle nötiger wäre.

Liegen bei einem Richter über hundert handgeschriebene Seiten Klageschrift eines "Reichsdeutschen" auf dem Tisch, muss er sie sämtlichst lesen, könnte er doch sonst irgendeinen versteckten Antrag übersehen. Und genau darauf warten diese Überzeugungstäter. Sie nehmen sich alle Zeit der Welt, nicht selten mit juristischem Beistand, jedes Wort aus dem Munde der geschmähten Behörden auf die Goldwaage zu legen, um es gegebenenfalls für ihre Zwecke auszulegen.

Gegen diese Penetranz gibt es kein Mittel in unserem Rechtsstaat. Eine Krux, für die am Ende der Steuerzahler einstehen muss.

Montag, 10.08.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10761498/menuid/472071