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14. Februar 2012
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HANNOVER-NOTIZEN: Der Präsident im Glaspalast

Von Michael Ahlers

Landtagspräsident ist ein schönes Amt. Der Amtsinhaber hat ein riesiges Präsidentenzimmer im Landtag, präsidiale Auftritte an Gedenk- und Feiertagen aller Art und ansonsten vor allem das Problem, am persönlichen Eintrag in die Landesgeschichtsbücher zu arbeiten (Ja, meine Herren Präsidenten, heute und früher, Sie finden diese Beschreibung ungerecht und billig populistisch. Die ganze Arbeit, der tägliche Ärger mit diesen lästigen Landtagsfraktionen, die Lecks in den Dächern…)

SPD-Mann Rolf Wernstedt war als echter Intellektueller in der Rolle eigentlich nicht schlecht besetzt. Jürgen Gansäuer (CDU) verdarb sich seinen Abgang mit einem zu langen und zu touristischen Ausflug des Landtagspräsidiums nach China. Er war aber im CDU-Spektrum ein gestandener Sozialpolitiker – und setzte Landesgeschichte so engagiert als eigenen Themenschwerpunkt (siehe auch vorne: Eintrag in die Landesgeschichtsbücher), dass er nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament immerhin ein einschlägiges Studium in Göttingen aufnahm.

Gansäuer-Nachfolger Hermann Dinkla (CDU) nun packte an, wovon Gansäuer die Finger ließ. Weil der Landtag und sein Plenarsaal unstreitig renovierungsbedürftig sind, versammelte Dinkla die Fraktionen des Landtags für das Projekt "Neubau" weitgehend hinter sich. Der Präsident berief eine Kommission, ließ einen Architektenwettbewerb stattfinden und informierte gefühlt täglich über den Fortgang. Hilft alles nichts: Der Rückhalt für das 45-Millionen-Projekt bröckelt, die Landtagsentscheidung" nächste Woche über den Neubau ("Glaspalast") droht zur Farce zu werden. Denn der Wettbewerb setzt Grenzen. Wird nämlich keiner der Siegerentwürfe gebaut, drohen Klagen. Dinkla hat mitteilen lassen, er freue sich auf die Landtagsdebatte. Das allerdings ist wahrhaft heroisch und einem wahren Präsidenten angemessen.

Freitag, 12.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11903881/menuid/472071