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14. Februar 2012
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WOCHENSCHLUSS: Die Worte der Woche

Von Stefan Kläsener

Das war eine Überraschung: Da lädt unsere Zeitung zu einer Debatte über einen Mann ein, der vor 500 Jahren gelebt hat, und der Saal ist knallvoll. Luthers Hetze gegen die Juden beschäftigt nachdenkliche Menschen mehr, als man glauben möchte. Historiker Thomas Kaufmann fand das Bild des Abends, als er erklärte: "Ich hole mir heute in dieser Frage genauso wenig Rat bei einem Theologen des 16. Jahrhunderts, wie ich mich medizinisch nicht von einem Chirurgen des 16. Jahrhunderts behandeln lassen würde." Das relativiert manches, wenn es auch nichts entschuldigt. Die Diskussion war notwendig – und wurde zum Beispiel, wie ein solcher Stoff bearbeitet werden muss.

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Eine Splittergruppe ist eine Gruppe, die sich noch weiter aufsplittert. Erst vor wenigen Monaten hatten sich konservative Katholiken in der CDU organisiert, weil sie um das "C" fürchten. Nun scherten die bayerischen Unterstützer, und das waren noch die namhaftesten, aus. Der Rest der Revolte schickte daraufhin die Botschaft ans Kanzleramt: "Angela Merkel weiß selbstverständlich, dass sie vor engagierten Katholiken keine Angst haben muss." Die Kanzlerin kann aufatmen.

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Vielleicht haben Sie es überlesen, denn diese Zeitung hat sich bewusst entschieden, die unsägliche Bemerkung nicht an die große Glocke zu hängen. Aber Thilo Sarrazin hat wieder zugeschlagen. Hartz-IV-Empfängern empfahl er, kalt zu duschen, und für mehr Disziplin in den Schulen gab er den Rat: Zweimal keine Hausaufgaben, und das Kindergeld wird halbiert. "Was meinen Sie, was auf einmal die Hausaufgaben gemacht werden!" Nun ist es Sarrazins Geheimnis, wieso solche Brachialsprache zum Aufgabengebiet eines Bundesbänkers gehört. Kein Geheimnis ist, dass wir unser gesellschaftliches Klima vergiften, wenn wir so übereinander reden.

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Es war ein bewegender Abend, den unser Nahost-Korrespondent Gil Yaron mit 200 Leserinnen und Lesern im Braunschweiger Kino "Universum" durchlebte. Yaron nahm seine Gäste auf eine Zeitreise über 4000 Jahre bis ins heutige Tel Aviv mit, und danach zeigte das Kino den bedrückenden Film "Ajami", der den heillosen Überlebenskampf von Palästinensern und Israelis nahebrachte. Es war weit nach Mitternacht, als Yaron seinen Gästen Trost mit auf den Weg nach Hause gab. Der eine stammt von David Ben Gurion, dem Staatsgründer: "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." Der andere ist ein altes jüdisches Sprichwort: "Das Unmögliche dauert einfach nur etwas länger."

Samstag, 13.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11911308/menuid/472071