GASTKOMMENTAR : Kinder werden zum Luxus
Für jedes Kind zahlen Eltern in Deutschland im Laufe eines Lebens 77 000 Euro mehr an den Staat, als sie jemals vom ihm zurückerhalten. Familien subventionieren in Deutschland Kinderlose. Das hat zufolge, dass eine durchschnittlich verdienende Familie mit jedem zusätzlichen Kind ärmer wird. Hinter der heute viel beklagten Kinderarmut steht die Armut ihrer Eltern. Und ihre Ursache liegt in der finanziellen Ausbeutung der Familien durch den Staat.
Kein Wunder, dass viele Paare nur noch ein Kind bekommen; das zweite können sie sich schon nicht mehr leisten. Nun will Familienministerin von der Leyen das Problem lösen, indem sie es den Müttern ermöglicht, abgesehen von einem Babyjahr, durchgehend Vollzeit erwerbstätig zu sein. Dann ist mit zwei Vollzeiteinkommen der Eltern genug Geld vorhanden, weitere Kinder in die Welt zu setzen.
Während die Eltern arbeiten, sollen die Kleinkinder in Krippen, die größeren in Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen – welcher Qualität diese auch immer sein mögen – betreut werden. Dazu sollen bis zum Jahr 2013 insgesamt 750 000 Betreuungsplätze für Kinder bis zum Alter von drei Jahren geschaffen werden. Das entspricht einer Versorgungsquote von 60 Prozent der Ein- bis Dreijährigen.
Tatsächlich wollen aber Umfragen zufolge nur ein Drittel aller Eltern ihre Kleinkinder außerhalb der Familie betreuen lassen. Die Mehrheit möchte sich selbst um die Kinder kümmern. Sie aber werden von der Familienministerin im Regen stehen gelassen, denn sie erhalten keinerlei finanzielle Anerkennung für ihre Fürsorge- und Erziehungsarbeit. Während teure Betreuungsplätze öffentlich finanziert werden – das Land Nordrhein-Westfalen rechnet mit jährlich 16 000 Euro pro Platz, erhalten die Eltern, die ihr Kind in den ersten Lebensjahren selbst versorgen, kaum Unterstützung.
Trotzdem behauptet die Familienministerin immer, dass die Eltern eine Wahlfreiheit bezüglich der Kinderbetreuung hätten. Diese besteht aber nicht für Durchschnittsverdiener und Ärmere: Mit einem Gehalt können sie heute nicht mehr auskommen. Die Freiheit, Kinder zu bekommen und sich selbst um sie zu kümmern, haben daher in Zukunft nur noch die Wohlhabenden.
Otto Normalverdiener muss die Kinder in die bezahlte Betreuung geben oder auf sie verzichten. Diese Ungerechtigkeit kann nur dadurch verhindert werden, dass alle Eltern während der ersten drei Lebensjahre des Kindes ein Erziehungsgehalt von monatlich 1600 Euro erhalten.













