KOMMENTAR: Gau der Glaubwürdigkeit
Atomkraftgegner und -skeptiker müssen dem Asse-II-Betreiber sowie den verantwortlichen Behörden eigentlich dankbar sein.
Wieder einmal wird deutlich, dass beim Umgang mit Atommüll im Zweifel genauso geschlampt wird wie sonst auch. Nur vertuscht und verharmlost wird bei Bedarf noch ein bisschen hartnäckiger. Schließlich ist es ja doch etwas peinlich, wenn ein angeblich stabiles Endlager sich als löchrig wie ein Schweizer Käse erweist und cäsiumhaltige Lauge um marode Fässer herumschwappt. Eine Gefährdung für die Anwohner des Jahres 2008 bedeuten die gemessenen Werte zwar nicht. Für die Glaubwürdigkeit von Betreiber und Behörden jedoch sind sie ein Gau: Jede Auskunft steht nun noch mehr unter Generalverdacht. Würde morgen in einer Rumpelkammer unter Tage ein Haufen Brennelemente gefunden – es würde niemanden wundern.
Das Landesumweltministerium will die Schuld für die Pannen am liebsten beim Landesbergamt abladen. Doch als Aufsichtsbehörde ist es Sanders Haus selbst, das schlecht aussieht. Dazu kommt, dass der Minister das Vorgehen in der Asse lange verteidigt hat. Da haben die Bürgerinitiativen und Anwohner dann doch eine bessere Nase bewiesen. Sie wussten immer , dass Beschwichtigungen und Versprechungen nicht zu trauen ist. Die Asse muss endlich als das behandelt werden, was sie ist: ein atomares Endlager. Augen zu und weg? Damit ist es vorbei.













