KOMMENTAR: Umfaller
Mit einem sanften Rückzug hatten alle gerechnet. Aber der Kulturminister blieb standhaft: Die Museumslandschaft wird neu strukturiert. Basta.
Umgefallen sind andere. Obwohl Stratmann an seinen Plänen nichts geändert hat, haben sie diesmal keine Empörung hervorgerufen, sondern Beifall. Was daran liegt, dass er seine Idee diesmal gefälliger verpackt hat. Wer mag widersprechen, wenn der Minister sagt, die Stärken der Museen werden gestärkt? Wenn er sagt, das Landesmuseum bleibt eigenständig und Kunst- und Kulturschätze bleiben, wo sie sind. Sogar ein harter Oberbürgermeister wie Gert Hoffmann wird weich, wenn ihm lang begehrte Leihgaben für sein Schlossmuseum in Aussicht gestellt werden. Womöglich sorgt ein herzoglicher Thron für gänzlich neue Töne.
Natürlich ist es gut, starke Museen zu stärken. Natürlich ist das Versprechen erfreulich, dass das "Mädchen mit dem Weinglas" Braunschweigerin bleibt. Aber restlos überzeugend ist das nicht. Zwei Fragen bleiben offen:
Warum ist es nötig, das Landesmuseum einem Institut zu unterstellen, nur weil es eine neue Abteilung erhält?
Wie sollen museale Profile geschärft werden, ohne dass Kunstwerke ausgetauscht werden? Doch bestimmt nicht allein durch Kellerkinder und Archivhüter.













