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13. Februar 2012
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LEITARTIKEL: Die Lektion des Kremls

Von Reinhard Brennecke

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Wie alle Kriege der Neuzeit ist auch der Kaukasus-Krieg um Südossetien ein Medien-Krieg: Die Kriegsparteien versuchen, mit aufwühlenden Bildern ihre jeweilige Wahrheit zu verkaufen. Gibt es eine Wahrheit im Krieg? Es gibt wohl nur die bittere Wahrheit, dass Unschuldige sterben müssen, weil den Kriegsherren die Menschen gleichgültig sind – und weil sie unwillig sind, nach Kompromissen und diplomatischen Lösungen zu suchen.

Seit Jahren kocht der Konflikt um die autonomen Regionen Südossetien und Abchasien auf kleiner Flamme, jetzt ist er zum Feuer geworden.

Der georgische Präsident Michail Saakaschwili wird die russischen Geister, die er mit der Offensive im abtrünnigem Südossetien rief, so schnell nicht mehr los. Vielleicht hat der Hitzkopf aus Tiflis, der Georgien in der Nato und der EU verankern will, sich in Sicherheit gewähnt. Vielleicht hat er gedacht, durch diese außenpolitischen Ziele bereits Spielraum gewonnen zu haben, um zunächst das Problem Südossetien zu knacken. Vielleicht war er der Auffassung, Moskau werde sich keinesfalls ein zweites Tschetschenien aufhalsen. Vielleicht hat er sich durch den noch gar nicht so lange zurückliegenden Besuch von US-Präsident George W. Bush sicher gefühlt in seinen Plänen.

Sicher ist, dass die georgische Führung die Rechnung ohne den Kreml gemacht hat. Russland hat den Konflikt um das separatistische Südossetien, in dem überwiegend Russen leben, seinerseits geschürt, um Saakaschwili zu provozieren. Russlands Regierungschef Wladimir Putin und sein Nachfolger im Präsidentenamt, Dmitri Medwedew, wollen dem Westen eine Lektion erteilen. Der Sprengel Südossetien dient dabei als Alibi.

Die Härte der russischen Militärschläge ist eine Warnung: Das Riesenreich Russland wird einen noch stärkeren Aufmarsch der Nato an seinen Grenzen nicht dulden – und auf den von den USA geplanten Raketenschutzschild in Polen und Tschechien wird es mit Aufrüstung antworten.

Nicht nur Georgien hat zu hoch gepokert, auch der Westen hat diplomatisch versagt.

Montag, 11.08.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8907486/menuid/472071