Rechenspiele interessieren Krinner nicht nur Punkte
Unsere Zeitung zeigt trotzdem, wie es der EHC ohne Sieg auf Platz 6 schafft
WOLFSBURG. Vorsicht, das ist eine Warnung! EHC-Spieler sollten jetzt aufhören, diesen Artikel zu lesen. Die Gefahr, dass sie das Heimspiel heute (19.30 Uhr) gegen Iserlohn auf die leichte Schulter nehmen, ist zu groß.
Es ist nämlich so: Der EHC kann sich wahrscheinlich sogar drei Niederlagen in den letzten drei Spielen der Hauptrunde erlauben und landet trotzdem unter den ersten Sechs in der Deutschen Eishockey-Liga und ist damit direkt fürs Play-off-Viertelfinale qualifiziert.
Die Ausgangslage: Als Zweiter liegt Wolfsburg top im Rennen. Sechs Teams können noch an den Grizzlys vorbeiziehen, aber da müsste schon einiges passieren.
Erstes Beispiel: Nürnberg. Die Ice Tigers haben als Fünfter vier Punkte weniger auf dem Konto als der EHC, spielen aber nur noch zweimal statt dreimal wie die Wolfsburger. Aus beiden Partien brauchen die Nürnberger mindestens fünf Punkte, denn ihr Torverhältnis ist deutlich schlechter als das der Grizzlys.
Aber: Zwei glatte Siege der Nürnberger wären für den EHC sogar von Vorteil. Denn die Ice Tigers spielen noch gegen einen weiteren direkten Konkurrenten der Wolfsburger, den ERC Ingolstadt. Dieser hat sechs Zähler weniger als der EHC. Verlieren die Ingolstädter gegen Nürnberg, müssten sie ihre beiden anderen Spiele gewinnen. Und das deutlich. Gegenüber den Grizzlys müssen sie noch ein um 11 Treffer schlechteres Torverhältnis aufholen.
Einen dieser Erfolge muss Ingolstadt gegen Hannover holen, einen weiteren EHC-Konkurrenten. Die Scorpions haben auf Wolfsburg fünf Zähler Rückstand und ein um 45 Treffer schlechteres Torverhältnis. Bei einer Niederlage gegen Ingolstadt kann Hannover nur mit Siegen in den zwei anderen Partien an den Grizzlys vorbeiziehen.
Kurzum: Für ein Scheitern des EHC müssten viele Faktoren zusammenkommen. Die Mannschaft von Trainer Toni Krinner hat es aber selbst in der Hand, auch diese kleine Wahrscheinlichkeit auszuschließen. Mit einem Sieg heute gegen Iserlohn machen die Wolfsburger alles klar. Das wäre dem Coach auch am liebsten. "So lange alles theoretisch möglich ist, holen wir am besten drei Punkte. Am Rechnen beteilige ich mich nicht", sagt Krinner. Das wäre aus seiner Sicht auch das falsche Signal für die Play-offs. "Wir wollen die beste Platzierung der Vereinsgeschichte fix machen", erklärt der EHC-Trainer.













