Alle schauen heute auf Toni Krinner
EHC-Trainer steht im Spiel bei seinem künftigen Arbeitgeber Hannover Scorpions im Mittelpunkt
WOLFSBURG. Brisanz steckt im heutigen Niedersachsen-Derby (19.30 Uhr, TUI-Arena) in der Deutschen Eishockey-Liga. Trainer Toni Krinner gastiert mit dem EHC Wolfsburg bei seinem künftigen Klub Hannover. "Kein gewöhnliches Spiel", gibt er zu.
Wenn der 42-Jährige das im Vorfeld einer Partie zugibt, dann will es schon etwas heißen. Krinner versucht in der Regel, derlei Emotionen nicht zu zeigen. Diesmal muss er sich mehr als sonst anstrengen. Die Fans der Scorpions und der Grizzlys werden heute Abend ganz genau auf ihn schauen. Auch die Hannoveraner Spieler wissen, wer hinter der Bande des Gegners steht.
Die Motivation auf beiden Seiten ist turmhoch. Auch das Duell der Trainer polarisiert. Hannovers Hans Zach ist nicht nur so etwas wie Krinners Mentor die lebende Eishockey-Legende soll seinen Bad Tölzer Nachbarn auch als Nachfolger bei den Scorpions vorgeschlagen haben. Trotz aller Freundschaft zwischen ihnen verlieren will keiner das Duell, das das letzte sein könnte. Obwohl Krinner glaubt, dass sich ihre Wege noch öfter kreuzen werden. "Vielleicht schon in den Play-offs. Oder in einer anderen Saison. Ich kann mir vorstellen, dass Hans als ,Feuerwehrmann nochmal einspringen wird."
Den Fokus richtet der Wolfsburger erst einmal aufs heutige Duell. Der EHC (95 Punkte) braucht Zähler, um Platz 2 zu verteidigen. Hannover (90) könnte die Grizzlys an den letzten beiden Spieltagen theoretisch sogar noch überholen. "Wer die wenigsten Fehler macht, der gewinnt. Wir müssen Geduld beweisen, wenn es 0:0 oder 1:1 steht", sagt Krinner.
Bleibt die Frage: Hat Krinner selbst die Ruhe angesichts des Drucks, der auf ihm lastet? Sportdirektor Charly Fliegauf jedenfalls ist davon überzeugt. "Auf mich macht Toni keinen veränderten Eindruck", sagt er. Und Krinner beteuert: "Wenn das Spiel losgeht, ist alles andere ausgeblendet."
Aber bis dahin spürt er sicher noch den Druck der Öffentlichkeit.













