Krinner: Wolfsburg ist der klare Favorit
Für Hannovers Trainer zählt der EHC zusammen mit Berlin und Mannheim zum Favoritenkreis
WOLFSBURG. Fast fünf Jahre war Toni Krinner Trainer bei Eishockey-Erstligist EHC Wolfsburg. Mit den Hannover Scorpions kehrt der 43-Jährige heute zum ersten Punktspiel der neuen Saison an seine alte Wirkungsstätte zurück. Unser Sportredakteur Markus Kutscher sprach mit Krinner über den Unterschied zwischen Grizzlys und Scorpions, die EHC-Fans und die Titelfavoriten.
Herr Krinner, wie ist Ihre Gefühlslage kurz vor dem Saisonstart?
Ich freue mich sehr auf den Beginn und dass es endlich losgeht. Wir haben bei Null angefangen. Das System, die Trainingsmethoden alles war neu für die Mannschaft. Da sind fünf Wochen Vorbereitungszeit nicht viel. Bis alles automatisiert ist, dauert es ein paar Wochen. Wir hoffen, dass wir den Nachteil gegenüber eingespielten Mannschaften schnell aufholen. Aber die Jungs haben engagiert mitgezogen und sind körperlich topfit.
Wie war denn Ihr Einstieg in Hannover? Immerhin haben Sie Meistertrainer und Eishockey-Legende Hans Zach beerbt.
Ich war den Sommer über viel in Hannover. So habe ich das Umfeld schnell kennen gelernt und konnte mich gleich mit der Mannschaft beschäftigen. Die Medienpräsenz ist schon eine ganz andere, wenn man den Meister trainiert. Aber ich verspüre deshalb keine Druck. Das Umfeld ist sehr realistisch. Platz 10 und damit in die Play-offs zu kommen, ist unser erstes Ziel. Den Titel haben Berlin und Mannheim auf dem Programm.
Das sind Ihre Favoriten?
Ja. Aber dahinter kommt gleich der EHC. Die Wolfsburger haben eine eingespielte Mannschaft. Spieler wie Jochen Reimer, Kai Hospelt oder Armin Wurm sind ein Jahr älter und erfahrener geworden. Der Kader wurde gezielt mit guten Ausländern verstärkt. Und es gab keine taktischen Umstellungen. Die Jungs sind heiß. Das Team lebt und ist gut.
Sie geraten ja richtig ins Schwärmen
Das ist die beste Mannschaft, die je in Wolfsburg gespielt hat. Über alles andere als um die Meisterschaft mitzuspielen, wird intern nicht gesprochen. Der EHC ist gegen uns der klare Favorit. Aber wir werden ihm die drei Punkte nicht schenken, die muss er sich schon hart verdienen.
Was erwarten Sie für ein Spiel?
Die Wolfsburger werden von der ersten Sekunde an Druck ausüben und vorchecken. Sie werden uns in der eigenen Hälfte festnageln wollen. Wir müssen uns befreien und versuchen, selbst zum Erfolg zu kommen.
Werden Sie jubeln, wenn Ihre Mannschaft ein Tor gegen Ihren Ex-Klub schießt?
Wenn es der Ehrentreffer zum 1:5 ist, wird sich meine Freude in Grenzen halten. Aber wenn wir kurz vor Schluss den 3:2-Siegtreffer erzielen, dann freue ich mich natürlich auch.
Wie werden die EHC-Fans auf Ihre Rückkehr reagieren?
Ich denke, die Fans haben nicht vergessen, dass ich fünf Jahre ehrliche Arbeit abgeliefert habe. Ich freue mich, die Leute wiederzusehen, mit denen ich in Wolfsburg gerne und erfolgreich zusammengearbeitet habe. Da hat sich in fünf Jahren auch etwas entwickelt. Aber der Fokus liegt auf meinem Team. Wir fahren nach Wolfsburg, um zu gewinnen.













