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Hollywood-Stars im grobkörnigen Wackelbild
Verspielte Hollywood-Satire: "Voll Frontal"wirkt wie ein unstrukturiertes Experiment mit viel zu viel Text
Das Kino veräppelt sich selbst: Steven Soderbergh begleitet in "Voll Frontal" sieben Film-Menschen einen Tag lang durch Hollywood. Deren Wege kreuzen sich auf der Party eines Filmproduzenten, die dieser selbst gar nicht mehr erlebt, denn er liegt tot in seinem Appartement.
Regisseur Soderbergh ("Sex, Lügen & Video", "Ocean's Eleven") profitiert bei "Voll Frontal" offenbar von seiner Beliebtheit bei den Stars. Julia Roberts und Brad Pitt hätten beim Dreh sonst wohl kaum selbst für Make-Up und Garderobe gesorgt und auf ihre Millionen-Gage verzichtet. Und das Film-Studio Miramax tat gut daran, nicht mehr Geld in "Voll Frontal" zu investieren: Eine wirkliche Story ist nicht zu erkennen, der verspielte Streifen wirkt wie ein unstrukturiertes Experiment, in dem viel zu viel gesabbelt wird wenn nicht auf der Leinwand, dann wenigstens aus dem Off in Interview-Form.
Ein typisches Hollywood-Pärchen beschreibt "Voll Frontal" so: Eine Personalchefin eines Filmkonzerns kündigt ihrem Ehemann schriftlich die Liebe auf, der wird am selben Tag von seiner Firma gefeuert, findet die Mitteilung seiner Frau aber nicht, weil er seinen Hund versehentlich mit Hasch-Keksen gefüttert hat und nun mit der Tierärztin flirtet, bis seine gestresste Frau zurück nach Hause kommt und sich wieder mit ihm verträgt.
Doch parallel dazu werden noch weitere fünf Schicksale erzählt: Das häufige Springen von Handlung zu Handlung macht es schwer, alles nachzuvollziehen. Damit der fiktionale Film möglichst authentisch wirkt, setzt Soderbergh auf die dreckige, düstere Optik einer grobkörnigen Digitalkamera und schneidet die Szenen grobschlächtig aneinander. Dogma 95 lässt grüßen. Verwirrend: Julia Roberts Episode ist abweichend auf 35-Millimeter-Film gedreht. Weshalb? Sie spielt eine Filmdiva, die gerade einen Film dreht. Und so sieht der Zuschauer in "Voll Frontal" Ausschnitte aus diesem neuen Film in gewohnter High-End-Optik, denn dies ist nicht mehr die Pseudo-Doku-Ebene, sondern eben der Film im Film im Film.
Zwar verwischt "Voll Frontal" die Grenzen zwischen Fiktion und inszenierter Realität auf eine pfiffige Art. Doch viele Pointen bleiben auf der Strecke, werden allenfalls von absoluten Hollywood-Insidern verstanden. So bleibt Robert Altmans "The Player" (1992) für ein größeres Publikum die einzig wahre Hollywood-Satire.













