Kinder feierten im Asse-Schacht Feste
Für Besucher des Atommüll-Lagers gelten heute strenge Sicherheitsbestimmungen
17 Sekunden dauert die Kontaminationskontrolle. Dann leuchtet "Okay" auf dem Display. Und das Personendosimeter zeigt nur Nullen an. Der Besuch im Atommüll-Lager Asse II hat demnach also zu keiner Strahlenbelastung geführt.
Seit dem 6. Mai werden wieder Besuchergruppen durch die umstrittene Schachtanlage geführt. Seit Übertragung des Bergwerks auf das Bundesamt für Strahlenschutz und die Asse GmbH zu Jahresbeginn gilt mit dem Atomrecht auch eine neue Befahrungsregelung. Grundlage ist die Strahlenschutzverordnung.
Früher wurden sogar Kindergeburtstage und Konzerte im Asse-Schacht veranstaltet. Unter der Regie des früheren Betreibers, Helmholtz-Zentrum München, und nach damals geltendem Bergrecht gab es für Besucher kaum Beschränkungen – nur Kittel an, Helm auf und Sauerstoffselbstretter umgehängt. Die Größe der Gruppen richtete sich allein nach den Transportkapazitäten.
Heute ist vieles anders. Besuchergruppen sind auf maximal 20 Personen beschränkt. Schwangere, Kinder und Jugendliche dürfen nicht in die Schachtanlage einfahren, sagt Ingo Bautz vom Besucherdienst. Dieser Dienst ist dem Asse-II-Informationszentrum angegliedert.
Für je fünf Besucher ist ein Begleiter mit gültiger atomrechtlicher Zuverlässigkeitsüberprüfung erforderlich. Annette Parlitz hat diese Überprüfung absolviert. Und sie hat auch die Fahrerlaubnis für unter Tage.
Ehe sie mit Besuchern in das Bergwerk einfährt, ist zunächst das Anziehen der Grubenkleidung sowie viel Papierkram zu erledigen. Für jeden Gast muss ein Besucherdatenblatt geführt werden. Darauf muss der Besucher bestätigen, dass er von Annette Parlitz über die Funktion des Sauerstoffselbstretters sowie des Dosimeters informiert wurde.
Nach mehr als einer Stunde Vorbereitung geht es endlich runter, beginnt die eigentliche Grubenfahrt. Aber auch unter Tage hat sich einiges geändert. In die Nähe der Atom-Fässer mit schwachradioaktivem Abfall kommt kein Besucher mehr – diese Fässer befinden sich in einem für Besucher nicht zugänglichen Strahlenschutzabschnitt.
Außerdem sind diese Fässer inzwischen mit Salz abgedeckt – ein Schutz vor Gesteinsbrocken, die sich von der Kammerdecke lösen könnten. Die aufgefangenen Zutrittswässer sind inzwischen ebenfalls abgedeckt, um die Aufnahme von Tritium aus der Grubenluft zu verringern.
Unterdessen wurde für die Asse-Mitarbeiter ein Gesundheitsmonitoring gestartet. In diesem Verfahren soll die Strahlenbelastung der Asse-Beschäftigten ermittelt werden.













