Ärzte warnen vor Atommüll-Strahlung
"Ärzte gegen den Atomkrieg" laden zur Diskussion, auch zum Thema Asse
Wolfenbüttel. Dr. Johannes Hauswaldt von der Regionalgruppe der "Ärzte gegen den Atomkrieg" behauptet nicht, dass an Atommülllagern wie etwa in der Asse im Landkreis Wolfenbüttel die Kinderkrebsrate steigt. Aber er sagt, dass sich ein solches Risiko auch nicht ausschließen lässt: "Es wurde noch viel zu wenig geforscht."
Die Regionalgruppe lädt heute Abend zu einer Diskussionsveranstaltung ins Braunschweiger Ärztehaus ein. Bei dieser steht die vom Bundesamt für Strahlenschutz in Auftrag gegebene Studie "Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken" im Mittelpunkt. "Ein Expertengremium hat Zahlen aus dem Deutschen Kinderkrebsregister ausgewertet", erläutert Hauswaldt: "Es hat sich gezeigt, dass Kinder, die näher an Kernkraftwerken wohnen, einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt sind."
Der Braunschweiger Hausarzt betont, dass erstmals eine statistisch einwandfreie Studie diesen Zusammenhang belege. Aber es gibt auch kritische Töne. So erinnerte die Strahlenschutzkommission des Bundesumweltministeriums daran, dass in den untersuchten Gebieten auch andere Faktoren zur Häufung von Kinderkrebsfällen führen könnten. So liegen etwa Atomkraftwerke in der Regel in dünn besiedelten Gebieten, in denen intensiv Landwirtschaft betrieben wird – auch Dünge- und Spritzmittel könnten zu Schädigungen bei Kindern führen.
Kraftwerksbetreiber weisen zudem darauf hin, dass die Niedrigstrahlung unter den Grenzwerten liege. "Dann müssen wohl die Grenzwerte gesenkt werden", sagt Hauswaldt. In der Umgebung von 16 Kraftwerken seien in 23 Jahren 200 Kinder zu viel erkrankt. Für die Regionalgruppe reicht das, um von dieser Technologie Abstand zu nehmen – zumal unsere Region mit den Atommüllagern Asse und Schacht Konrad betroffen sei. Hauswaldt: "Zumindest muss doch darüber geredet werden!"
Genau das soll heute Abend passieren. Die Veranstaltung steigt nicht zufällig einen Monat vor der Bundestagswahl. Die "Ärzte gegen den Atomkrieg" wollen vor einem Ausstieg aus dem Ausstieg warnen.
Diskussion heute, 19 Uhr: "Machen Atomkraftwerke Kinder krank?" mit den Kinderärzten Winfried Eisenberg und Wolfgang Eberl, Braunschweiger Ärztehaus, An der Petrikirche 1.













