"Das Rausholen des Atommülls dauert bis zu 40 Jahre"
Der frühere Asse-II-Leiter Günther Kappei sieht auch im Rückblick keine grundlegenden Fehler
Nichts vertuscht, nichts vermasselt und ein gutes Konzept zum Schließen der Asse so standfest gab sich Ex-Asse-II-Leiter Günther Kappei vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags.
"Wir hatten nicht die Aufgabe, andere Optionen zu prüfen", verteidigte Kappei den später gestoppten Plan, die Asse mit Beton und einem "Schutzfluid" zu verfüllen und dann samt Atommüll zu verschließen.
Das Herausholen der Abfälle, rechnete er unter Berufung auf eine ältere Studie vor, würde samt Vorarbeiten bis zu 40 Jahre dauern. Laut Kappei war die Asse sicher, auch für Konzerte und Gottesdienste. Auch stellenweise hohe Belastungen mit Tritium oder Radon, die ihm die SPD-Abgeordnete Petra Emmerich Kopatsch vorhielt, beunruhigten den Bergmann nicht. "Das Problem war der Lösungszutritt", betonte Kappei also jene 12 Kubikmeter Lauge, die seit 1988 pro Tag in das instabile Bergwerk laufen (siehe oben). Besonders darüber, aber auch über alle Belastungen, etwa von cäsiumhaltiger Lauge, habe man die vorgesetzten Bergbehörden regelmäßig informiert. Bis 2018, versicherte Kappei, hätte man die Asse nach dem alten Helmholtz-Konzept schließen können. Doch das hatten selbst die Asse-freundlichen Bergbehörden für so nicht genehmigungsfähig gehalten. SPD-Informationen, wonach durch einen Riss in einer Einlagerungskammer Atommüllfässer 25 Meter in die Tiefe fielen, bestätigte Kappei von Hörensagen. Interne Beratungen und Mails zur Informationspolitik, über die unsere Zeitung berichtet hatte, bestätigte Kappei ebenfalls. "Ich saß zwischen zwei Stühlen", betonte er. Dem Rat einer Kanzlei, Informationen zur Asse-Schließung möglichst abzuschotten, sei man aber nicht gefolgt. Nicht verbindliche Unterlagen nicht herauszugeben, sei aber völlig normal, meinte Kappei.
Mehr Klarheit über die wohl in der Asse eingelagerte Asche von zwei Toten erhofft sich die SPD durch einen weiteren Zeugen. "Wir werden beantragen, den Staatsanwalt, der im Fall der beiden 1975 im Atomkraftwerk Gundremmingen tödlich verunglückten Schlosser ermittelte, als Zeugen vorzuladen", sagte Obmann Detlef Tanke.













