Japaner fotografieren die Lothar-Linde
Ungewöhnliche Reisegruppe wandelt auf den Spuren der markantesten Bäume Norddeutschlands
Weitgereiste Gäste interessierten sich gestern für die Kaiser-Lothar-Linde in Königslutter. Anlässlich einer elftägigen Deutschland-Reise statteten 15 japanische Baum-Fotografen dem 20 Meter hohen Naturdenkmal einen Besuch ab.
Nach einer Tour durch Süddeutschland im Jahr 2007 begibt sich die Gruppe zum zweiten Mal auf die Spuren des Bildbandes "Deutschlands alte Bäume". Darin haben die Autoren Stefan und Uwe Kühn sowie Bernd Ullrich 150 besondere Eichen, Linden und Buchen, aber auch Erlen und Kastanien in Deutschland porträtiert. Es sind die ältesten, dicksten und eindrucksvollsten unter den Naturriesen, die im Deutschen Baumarchiv Göttingen unter Leitung des Biologen Stefan Kühn seit 1985 dokumentiert werden.
Die einzigartigen Geschichten der deutschen Bäume faszinieren den japanischen Starfotografen Shigeru Yoshida, der neben Stefan Kühn und dem Iren Thomas Packenham zu den international bekanntesten Baumfotografen gehört. Persönlich sucht Yoshida jene Bäume aus, die er fotografieren und in seiner Heimat beispielsweise als Plakat- oder Postkartenmotive nutzen will. In Zusammenarbeit mit einem auf Gartenbau-Studienreisen spezialisierten Veranstalter werden sich Yoshida und 14 weitere Fotografen aus Japan 18 markante Bäume in norddeutschen Bundesländern anschauen. Vier davon haben ihre jahrhundertealten Wurzeln in niedersächsischem Boden geschlagen.
Die Kaiser-Lothar-Linde in unmittelbarer Nähe des Doms von Königslutter gehört zu den ältesten und mit 15 Metern Stammumfang dicksten Linden in Niedersachsen. Kaiser Lothar selbst soll sie der Überlieferung nach 1135 – im Jahr des Baubeginns des von ihm gestifteten Doms – gepflanzt haben.
Neben der Kaiser-Lothar-Linde stand gestern auch die Tumulus-Linde in Evessen im Kreis Wolfenbüttel auf dem Besichtigungsprogramm der japanischen Baum-Fotografen.













