In der Prunkhandschrift blättern
Heimatmuseum Hornburg erhält Faksimile des Evangeliars Heinrichs des Löwen
Im Hornburger Heimatmuseum können Besucher künftig ein Faksimile des Evangeliars Heinrichs des Löwen betrachten. Die Eheleute Marita und Gerhard Barner haben das Buch dem Museum als Dauerleihgabe überreicht.
"Wir wollen, dass es nicht in einem Archiv verschwindet, sondern für jedermann einsehbar ist", betont Marita Barner. Das Besondere im Hornburger Heimatmuseum: "Das Buch wird in einer ausziehbaren Vitrine ausgestellt. Auf Wunsch ziehen wir das Buch hervor und blättern für die Besucher darin", sagt Hornburgs Stadtdirektor Andreas Memmert.
Das Ehepaar Barner, das in Hannover lebt und in Hornburg verwurzelt ist, erwarb Anfang der 80er Jahre das 346. Faksimile von 950 Exemplaren aus dem Insel-Verlag. Gerhard Barner bewahrte es bislang in seinem Arbeitszimmer auf.
Das Original der Prunkhandschrift, die Herzog Heinrich der Löwe wahrscheinlich 1188 bei den Benediktinermönchen in Helmarshausen in Auftrag gegeben hatte, befindet sich in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel. Das Evangeliar war 1983 in einer gemeinsamen Aktion der Länder Niedersachsen und Bayern und mit Hilfe des Bundes, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie vieler Bürgerspenden bei Sotheby’s in London ersteigert worden. Es erzielte damals den höchsten Preis, der jemals für ein Buch bezahlt wurde – 32,5 Millionen Mark. Aus Sicherheitsgründen wird das Original in der Bibliothek nur alle zwei Jahre ausgestellt.
Weitere Faksimiles können in der Wolfenbütteler Bibliothek und im Braunschweiger Dom besichtigt werden. Geblättert werden darf in dem Buch aber nur in Hornburg. "Wir hoffen, dass die Besucherzahlen in unserem Heimatmuseum steigen", wünscht sich Karin Körner, Geschäftsführerin des dortigen Fördervereins. Rund 3000 Besucher kommen jährlich in das Museum.











