Standfestigkeit der Asse wird verbessert
Hohlräume in Salzkammern des Atommüll-Lagers werden mit Spezialbeton ausgegossen
Neben der Kontrolle der Laugenzuflüsse ist die Standsicherheit von grundlegender Bedeutung für das weitere Schließungsverfahren des Atommüll-Lagers Asse II im Landkreis Wolfenbüttel.
Schon im Sommer hatte der neue Asse-Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter mit seiner Asse GmbH, Anträge für das Ausgießen der Resthohlräume in Salzkammern der Südflanke mit Spezialbeton gestellt. Dieses Verfüllen soll die Standsicherheit des maroden Grubengebäudes erhöhen. Gestern konnte die Asse-GmbH nun vermelden: "Wir haben heute damit begonnen, die Resthohlräume in einigen Salzkammern mit Spezialbeton auszugießen."
Die Arbeiten finden in der stark durchbauten sogenannten Südflanke der Schachtanlage statt. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, soll dadurch die Verformung des Grubengebäudes reduziert und das Risiko eines verstärkten Wasserzutritts in die Asse verringert werden. Betoniert werden allerdings nur Kammern, in denen keine radioaktiven Abfälle eingelagert worden sind. Die Kammern mit Atommüll müssen zugänglich bleiben, bis eine Entscheidung über das Schließungsverfahren getroffen worden ist. Diese Entscheidung soll Ende des Jahres getroffen werden. Zur Diskussion stehen die Optionen Herausholen des Mülls, Umlagern des Mülls in tiefere Regionen des Bergwerks oder Verfüllen des Bergwerks mit Beton.
Seit Mitte der 90er Jahre waren die leeren Abbaukammern des ehemaligen Steinsalzbergbaus in der Schachtanlage mit gemahlenem Salz aufgefüllt worden. Weil dieser sogenannte Salzgrus im Laufe der Jahre aber zusammengesackt ist, haben sich zwischen der Kammerdecke (bergmännisch: Firste) und dem eingebrachten Salz Hohlräume gebildet. Diese Hohlräume (Firstspalten) werden jetzt mit Sorelbeton ausge-gossen. Für diesen speziellen Bergbaubeton wird Magnesiumoxid verwendet sowie Steinsalz anstelle von Sand oder Kies.
Insgesamt sollen die Firstspalten von etwa 80 Kammern mit Sorelbeton verfüllt werden, berichtete der Betreiber. Die ersten drei Kam-mern, die verfüllt werden, liegen auf der 532-Meter-Ebene. Sie wurden von der 511-Meter-Ebene angebohrt, wo auch eine Baustoffanlage steht, die den Sorelbeton mischt. Da für das Verfüllen zahlreiche Vor- und Begleitarbeiten erforderlich sind, wird die Verfüllung mindestens bis 2011 dauern.













