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13. Februar 2012
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"Die Einlagerung empfand ich als unprofessionell"

Der frühere Wirtschaftsminister Küpker vor dem Asse-Ausschuss

Von Michael Ahlers

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Als "Sache des Bundes" empfand der frühere niedersächsische Wirtschaftsminister Erich Küpker (FDP) den Betrieb der Asse – trotz angeblich eigener Zweifel an den in dem Bergwerk bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel angewandten Methoden.

"Ich hab gesagt: Was ist das denn?", beschrieb der heute 76  Jahre alte Ex-Minister im Asse-Untersuchungsausschuss des Landtags seine Eindrücke beim Besuch in der Asse. 1977 war Küpker nach eigener Erinnerung in die Schachtanlage mit Atommüll eingefahren.

Als Wirtschaftsminister in den Jahren von 1974 bis 1976 und 1977 bis 1978 diente er den Ministerpräsidenten Alfred Kubel (SPD) und Ernst Albrecht (CDU). "Was ich gesehen habe empfand ich als unprofessionell", beschrieb Küpker gestern seinen Eindruck von der "Versturztechnik" in der Asse. Die Fässer mit Atommüll waren in einer ersten Phase der Einlagerung noch gestapelt, später aber abgekippt worden.

Obwohl das Wirtschaftsministerium die Aufsicht über die Bergbehörden hatte, wie der aus Oldenburg stammende Ex-Minister einräumte, sah er offenbar keinen Anlass, den Dingen nachzugehen. "Ich hatte Vertrauen in die Behörden", betonte Küpker.

In einem Brief an einen FDP-Kreisvorsitzenden vom März 1978 soll Küpker die Asse beruhigend als reine Forschungs- und Versuchsanlage beschrieben haben. In der Landesregierung, ob von der CDU oder von der SPD geführt, habe die Asse keine so wichtige Rolle gespielt wie etwa Gorleben, sagte der frühere Minister. Auch er habe sich persönlich wenig mit der Asse befasst. "Ich halte die Rückholbarkeit für nicht gegeben", sagte er aber im Rückblick.

SPD-Ausschussobmann Detlef Tanke bewertete die Ergebnisse der Befragung im Anschluss so: "Das ist schon widersprüchlich: Einerseits gefiel ihm angeblich nicht, was er in der Asse sah, andererseits spricht er vom Vertrauen in die Behörden."

CDU-Obmann Karl-Heinrich Langspecht dagegen kam zu diesem Schluss: "Küpker hat deutlich gemacht, dass die Regierung Ernst Albrecht das Einlagern von Atommüll in der Asse stoppte."

Als zweiter Zeuge hat der Sprecher des früheren Asse-Betreibers Helmholtz-Zentrum München, Heinz-Jörg Haury, nach Einschätzung von CDU und FDP Versäumnisse in der Kommunikationspolitik eingeräumt. So habe Haury erklärt, der Laugenzufluss in der Asse im Jahr 1988 hätte aus seiner Sicht sofort der Öffentlichkeit gemeldet werden müssen, berichteten die Fraktions-Obleute Langspecht und Björn Försterling (FDP).

Von dem kontaminierten Laugensumpf vor Kammer 12 habe Haury nach eigener Aussage aus der Zeitung erfahren. "Es hat noch nicht einmal eine organisierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gegeben, die Asse wurde stiefmütterlich behandelt", so die Politiker.

Die Grüne Gabriele Heinen-Kljajic sagte unserer Zeitung: "Haurys Einschätzung, dass es in der Asse keine wesentlichen Regelungslücken gegeben habe, ist grotesk und zeigt, wie wichtig der Betreiberwechsel war."

Zur Erinnerung: Nach einer Reihe von Pannen unter der Regie des Helmholtz-Zentrums hatte das Bundesamt für Strahlenschutz den Betrieb des Bergwerks zum 1. Januar 2009 übernommen, die Verantwortung für den Atom-Schacht Asse II wurde vom Bundesforschungs- auf das Bundesumweltministerium übertragen. Seitdem untersteht die Anlage denselben Regeln wie alle anderen Endlager in Deutschland.

Freitag, 29.01.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11631522/menuid/7534512
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