Die ernste Konkurrenz der Spaßbäder
Eintritt ins Badeland könnte teurer werden – In der Region entstehen neue Freizeitanlagen
2009 war das Rekordjahr für das Badeland in Wolfsburg: 750 000 Besucher kamen in den Allerpark. "Kein anderes Schwimmbad in Norddeutschland zieht mehr Besucher", sagt Leiter Bernd-Michael Hilbig. Doch dem Marktführer droht Konkurrenz aus der Region.
Das Badeland ist beliebt wie nie. In acht Jahren Betrieb kamen mehr als fünf Millionen Besucher. Zu Gast sind aber nicht nur Schwimmer, sondern auch Handwerker. Im vergangenen Jahr wurden die Duschen saniert und eine neue Chloranlage eingebaut, in diesem Jahr soll für 900 000 Euro die Fassade saniert und für 476 000 Euro die Lautsprecheranlage erneuert werden.
Weil die Stadt Wolfsburg in diesem Jahr ein Etat-Loch von 80 Millionen Euro stopfen muss, wird diskutiert, die Eintrittpreise für das Bad hochzusetzen. Es ist daher fraglich, ob das Badeland den Besucherrekord wiederholen kann, zumal die Nachbarstädte ihre eigenen Pläne für Spaßbäder vorantreiben.
Braunschweig
will für 26 Millionen Euro das Sport- und Erholungsbad "Wasserwelt Braunschweig" bauen. Eröffnung ist für 2012 geplant. Das Areal ist 30 000 Quadratmeter groß, die Wasserfläche beträgt 1200 Quadratmeter. Es wird mehrere Schwimmbecken und Saunen geben. Erwartet werden jährlich rund 500 000 Gäste.
Gifhorn
investiert zwölf Millionen Euro in ein neues Hallenbad neben dem bestehenden Freibad. Das Sport- und Freizeitbad Allerwelle ersetzt ab Herbst das fast 40 Jahre alte Hallenbad, dem Statiker mittelfristig zu geringe Stabilität bescheinigt hatten. Das neue Bad umfasst ein 25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen, ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden, ein Nichtschwimmerbecken mit Attraktionen wie Gegenstromanlage und Massagedüsen. Die Eröffnung verzögert sich wegen der langen Winter-Baupause um zwei Monate bis November.
Wolfenbüttel
plant 2011 mit dem Bau eines Allwetterbades zu beginnen. Dabei handelt es sich um ein Bad mit einem ausfahrbaren Dach. "Wir wollen den Bürgern in Stadt und Kreis ermöglichen, jeden Tag des Jahres in diesem Bad schwimmen zu können", sagt Knut Foraita, Geschäftsführer der Stadtbetriebe, die das Stadtbad Okeraue in Wolfenbüttel betreibt. Bei gutem Wetter sei das Dach des Allwetterbades geöffnet, bei schlechtem geschlossen. Da ein solches Bad das ganze Jahr genutzt werden kann, ist das inzwischen in die Jahre gekommene Hallenbad in Wolfenbüttel überflüssig.
Peine
diskutiert derzeit die Zukunft der Bäder. Bei einer Befragung der Stadtwerke unter Bürgern hat sich die Mehrheit für ein neues Hallenbad in unmittelbarer Nachbarschaft zum jetzigen Freibad ausgesprochen. Zuvor hatten Gutachter empfohlen, die Bäder aus Gründen der Wirtschaftlichkeit an einem Standort zu konzentrieren und das alte, renovierungsbedürftige Hallenbad zu schließen.
Zwei Varianten hatten sie vorgeschlagen: Besagten Neubau eines mittelgroßen Hallenbades am Freibad-Standort oder Teilüberdachung des Freibades mit Ganzjahresbetrieb im überdachten Teil. 2015 soll die neue Bäderlandschaft fertig sein.











