Flüchtigen Häftling versteckt gehalten
Bewährungsstrafe für "Ministerialdirektor"
PEINE. Ein 69-Jähriger aus dem Kreis Peine ist ohne gültige Fahrkarte Bahn gefahren und hat einem flüchtigen Häftling Unterschlupf gewährt, bis die Polizei ihn aufspürte. Das Besondere: Der Mann sieht sich als "Ministerialdirektor der geschäftsführenden Reichsregierung", erkennt Gesetze der Bundesrepublik Deutschland nicht an. Ein Trugschluss: Gestern verurteilte ihn das Amtsgericht Peine zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung.
Zur Bahnfahrt erklärte der Angeklagte: "Wenn ich auf Dienstreise bin, bin ich als Reichsbeamter unterwegs – und muss nicht bezahlen."
Zum Häftlings-Fall sagte er, er habe als "Gutmensch" gehandelt.
Das Urteil, bei dem sich frühere Rechtsvergehen strafverschärfend auswirkten, verband die Richterin mit der Hoffnung, dass der Mann einsehe, dass "es besser ist, mit dem Staat zusammenzuarbeiten".













