Leichtsinn am Steuer – mehr Tote
Polizei registrierte 2009 "bedrückenden" Anstieg der Unfallzahlen – Häufige Ursache ist Alkohol
Für jüngere ist es wohl ein besonderer Kick: In einem schnellen Auto kräftig Gas geben – ohne Gurt, aber womöglich mit Alkohol. Ein Spiel mit dem Leben, und meist gewinnt der Tod. In der Region stieg die Zahl der Verkehrsunfalltoten voriges Jahr um 7 auf 68.
"Der bedrückende Anstieg ist überwiegend auf leichtsinniges Fahrverhalten zurückzuführen", beklagt Harry Döring, Präsident der Polizeidirektion Braunschweig.
Häufig sitzen spätere Unfallopfer demnach in Autos, deren Kräfte sie mangels Übung und Erfahrung noch gar nicht beherrschen, und sie verlassen sich dabei zu sehr auf die Sicherheitssysteme. "Und dann wird auf gerader Strecke so gerast, bis der Wagen von der Straße fliegt."
Auf Niedersachsens Straßen insgesamt ist die Zahl der Unfalltoten, wie bereits berichtet, von 595 auf 542 im vorigen Jahr zurückgegangen. Die Zahl der Verkehrsunfälle hat landesweit um fast sechs Prozent auf rund 201 000 zugenommen, in unserer Region hingegen gab es der Statistik zufolge eine geringere Steigerung um 2,2 Prozent.
Bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss registrierte die Polizei in der Region einen Rückgang von 639 Fahrern auf 602 im Vorjahr. Gleichwohl warnt Döring: "Alkoholeinfluss ist nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen und Auslöser für schwerste Unfälle. Zur Verhinderung dieser Unfallfolgen werden wir weiter intensiv kontrollieren."
Zurückgegangen ist ebenfalls die Zahl der überführten Fahrer unter Drogeneinfluss – von 959 auf 713. "Egal ob es sich um legale oder illegale Drogen handelt, von berauschten Verkehrsteilnehmern geht eine große Gefahr aus. Die Polizei muss die Bevölkerung davor schützen", sagt Döring.
Auf den Autobahnen in der Region ist die Zahl der Unfälle – im Gegensatz zum Anstieg der regionalen Unfallgesamtzahl – zurückgegangen. Wie Direktionssprecher Rainer Raschke mitteilt, ist hier die Zahl der Todesopfer deutlich gesunken. Im Jahr 2009 waren es fünf Unfalltote, im Jahr davor noch elf.













