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14. Februar 2012
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"Sie sind gefährlich für die Allgemeinheit"

Fünf Jahre und sechs Monate Haft für 44 Jahre alten Brandstifter

Von Martin Ochmann

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Das Landgericht Braunschweig hat einen 44-jährigen Salzgitteraner zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mann hat bei einer Serie von Brandstiftungen in Salzgitter-Bad über vier Millionen Euro Schaden angerichtet.

"Es ist eine Strafe auf dem Papier", sagte der Vorsitzende Richter Joachim Lehnguth. Der 44-Jährige wird die Strafe nicht antreten, der Richter ordnete die Unterbringung in der Psychiatrie an. Dort wird der Mann laut Gericht mindestens acht Jahre bleiben, ein Gutachter hatte ihm eine schizoide Persönlichkeitsstörung attestiert.

Der Salzgitteraner hatte zwischen Juni 2008 und August 2009 mehrere Brände in Salzgitter-Bad gelegt, hinzu kommen einige Einbrüche. Beim schwersten Fall brannte die Altkleiderhalle eines Textilverwerters komplett ab. Nach Meinung des Gerichts beging der Mann die Taten aus Frust und Unzufriedenheit. "Sie konnten sich nicht integrieren. Sie haben die Taten aus Neid und Hass auf alle begangen, die es geschafft haben", sagte Lehnguth.

Mit einer Bierflasche in der Hand schaute der 44-Jährige der Feuerwehr teils beim Löschen zu. "Das gab Ihnen das Gefühl eigener Wichtigkeit und Bedeutung", meinte Lehnguth. Deswegen habe er auch weiter Brände gelegt, nicht aus einem Zwang heraus.

Das Gericht sah keine Schuldunfähigkeit, aber eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit vorliegen. Diese sei bedingt durch die Persönlichkeitsstörung, zudem habe der Mann, ein Alkoholiker, zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss gestanden.

Beim Strafmaß berücksichtigte das Gericht den außergewöhnlich hohen Schaden und die Gefährlichkeit der Taten. "Sie sind gefährlich für die Allgemeinheit", sagte Lehnguth. Dass keine Menschen zu Schaden gekommen seien, sei eher ein Zufall. Das Gericht würdigte aber auch das umfassende Geständnis. Lehnguth: "Die Tatnachweise wären ohne das Geständnis kaum möglich gewesen."

Senol Torun, dessen Textil-Lagerhalle Karfreitag 2009 abbrannte, nahm das Urteil mit wenig Begeisterung zur Kenntnis. "Was der Mann uns angetan hat, kann man nicht rückgängig machen", so Torun. Seine Familie habe in ständiger Angst gelebt, fühlte sich verfolgt.

Denn der Brandstifter brannte gleich zwei Hallen des Familien-Unternehmens ab. Zufällig, wie die Ermittlungen ergaben. Torun: "Aber würden Sie das glauben, wenn Ihnen das passiert?"

Donnerstag, 11.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11898392/menuid/7534512
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