Stadt will Saatkrähen vergrämen
Städtische Betriebe entfernen Nester aus Bäumen – Vögel lassen sich bisher nicht vertreiben
Wolfenbüttel ist in Südost-Niedersachsen die Krähen-Hochburg. Rund 300 Saatkrähen-Brutpaare hat der Naturschutzbund (Nabu) im vergangenen Jahr dort gezählt. Weil sich Anwohner durch die Vögel gestört fühlen, versucht die Stadt, die Krähen zu vertreiben.
In diesen Tagen entfernen Mitarbeiter der Städtischen Betriebe in Wolfenbüttel mit Hubarbeitsbühnen in den hohen Baumkronen die Nester der Vögel. "Vergrämen" nennt man das.
Da Saatkrähen jedoch unter Artenschutz stehen, gelten für das Vergrämen Richtlinien. So dürfen die Nester nur zerstört werden, wenn Vögel darin noch keine Eier abgelegt haben. Naturschützer sehen den Vorgang dennoch kritisch. Horst Ehlers, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands, sagt: "Die Krähen dürfen während ihrer Brutzeit nicht gestört werden. Und der Nestbau ist bereits die Vorstufe zum Brüten."
Ob das Vergrämen tatsächlich wirkt, ist umstritten. "Krähen sind hartnäckig. Nach ein bis zwei Wochen haben sie sich in den Baumkronen wieder neue Nester gebaut", meint Ehlers. Auch Wolfgang Steinhauer von der Abteilung Natur- und Landschaftsschutz des Landkreises Wolfenbüttel sagt: "Die Aktionen der Städtischen Betriebe haben bisher nichts gebracht."
In den vergangenen Jahren hat die Stadt verschiedene Methoden ausprobiert, um die Krähen zu vertreiben. Bäume wurden gestutzt, um den Nestbau zu verhindern. Man versuchte außerdem, die Vögel durch farbige Bänder in den Ästen und durch Beklopfen der Bäume zu erschrecken.
Olaf Danell, Sprecher der Stadtverwaltung, sagt: "Die Anwohner beschweren sich bei uns über den Lärm, den die Tiere machen. Außerdem beschmutzen die Vögel mit ihrem Kot Autos, Häuser und Gärten." Die Stadt wolle zumindest verhindern, dass die Krähen sich vermehrten.













