Fragemarathon zu Asse und Konrad
Strahlenschutz-Präsident Wolfram König stand dem Rat der Stadt Rede und Antwort
"Das BfS hat zu keiner Zeit gesagt, die Fässer aus der Asse kommen nach Konrad", sagt Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Das sei eine politische Entscheidung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gewesen.
Doch das ändert nichts daran, dass König jetzt den Kopf für seinen Chef hinhalten und gestern einen Fragemarathon im Rat der Stadt Salzgitter über sich ergehen lassen muss. Denn das Stadtparlament hatte sich Ende Januar einstimmig gegen eine Umlagerung der 126 000 Asse-Fässer in den Schacht Konrad in Salzgitter ausgesprochen, und außerdem beschwerten sich die Politiker bitterlich über ein "Vorgehen nach Gutsherrenart" seitens des BfS.
Und so wird König unter den Augen zahlreicher Pressevertreter zwei Stunden lang von den Ratsherren verhört, in drei Runden à sechs Fragen. So wollen die Politiker etwa wissen, unter welchen Bedingungen der Asse-Müll nach Salzgitter kommen könnte. "Heute kann noch keiner sagen, ob es gelingen wird, die Konrad-Aufnahmekriterien zu erfüllen", sagt König. Es gebe keine Sicherheit, dass in den Fässern das drin sei, was in den Dokumenten vermerkt ist. Deshalb müssten zunächst die Kammern geöffnet und der Atommüll stichprobenhaft untersucht werden. "Wir haben aber keinen Hinweis auf hoch radioaktive Stoffe in der Asse", so König.
Konrad sei grundsätzlich für den Asse-Abfall – schwach und mittel radioaktiver Müll – genehmigt, sagt König. Allerdings gebe es da ein Mengen-Problem. So seien von den 303 000 Kubikmetern in Konrad nach Einlagerung der geplanten Abfallmenge nur noch rund 33 000 Kubikmeter frei. In der Asse seien aber etwa 50 000 Kubikmeter eingelagert. Und diese Menge verdoppele sich, wenn etwa auch das verseuchte Salz berücksichtigt werde. Wenn jedoch die Einlagerungsmenge in Konrad vergrößert werde, um alle Fässer unterzubringen, sei ein neues Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung nötig, so König.
Der komplette Asse-Atommüll, betont König, besitze nur rund ein Zehntel-Promille der für Konrad genehmigten Radioaktivität. "Das beschreibt, wie gering die zusätzliche Gefährdung ist", sagt König.
Nur eine Frage wollte der BfS-Präsident partout nicht beantworten: Ob Minister Röttgen seinen Plan, den Abfall aus der Asse nach Konrad zu schaffen, mit ihm abgesprochen habe.













