Spaßbad soll 4,8 Millionen teurer werden
Nur eine Firma bewarb sich für Projekt in Braunschweig
BRAUNSCHWEIG. Rückschlag für die Stadtbad GmbH Braunschweig: Nach der europaweiten Ausschreibung für den Bau des Erlebnisbades an der Hamburger Straße hat nur einer von fünf ausgesuchten Bewerbern ein verwertbares Angebot abgegeben. Das liegt jedoch um 4,8 Millionen Euro über den Vorstellungen des Badbetreibers und seines beauftragten Fachbüros – mehr als 20 Prozent des Auftragsvolumens.
Die Stadtbad GmbH will nun mit dem Unternehmen nachverhandeln. Um den Preis zu senken, sollen auch die eigenen Planungen ausgedünnt werden. Bäder-Chef Jürgen Scharna erklärt: "Gedacht ist an Vereinfachungen bei der Dachkonstruktion und den Außenanlagen. Das Angebot für den Badegast bleibt aber uneingeschränkt erhalten."
Scharna geht davon aus, dass die für Februar 2012 vorgesehene Eröffnung sich um mindestens drei Monate verzögert. Auf der Baustelle an der Hamburger Straße werden bis Ende März noch die letzten Gründungspfähle gesetzt. Dann ruhen die Arbeiten auf unbestimmte Zeit.
Aus der Politik keimte gestern erste Kritik an der Arbeit des Projektsteuerers Assmann auf, der das Vorhaben im Auftrag der Stadtbad GmbH koordiniert und maßgeblich die Kostenrechnungen bestimmt hatte. SPD-Fraktionschef Manfred Pesditschek sagte: "Ich bin verwundert, wie so etwas herauskommen kann, wenn man einen Projektentwickler beschäftigt."
Assmann-Geschäftsführer Ulrich Gremmelsbacher verteidigte die Vorberechnungen. Die Preisexplosion sei unter anderem auf allgemeine Baukostensteigerungen und unüblich hohe Risikozuschläge des Bieters zurückzuführen. Das gesamte Projekt war zuletzt auf 26,3 Millionen Euro taxiert worden.













