Sohn wirft Vater bei Vernehmung Ehrenmord vor
GIFHORN Zeuge schildert im Prozess Familienstreits
Fast neun Stunden lang prasselten gestern die Fragen auf den 21-Jährigen ein er sagte im Mordprozess gegen seinen Vater aus. Für den jungen Zeugen gab es während der Verhandlung im Landgericht Hildesheim kaum ein Luftholen.
Immer wieder befragten ihn die beiden Anwälte des Angeklagten und die Richter, was denn genau passiert sei, in Gifhorn, im März 2009. An dem Tag, an dem der 45-jährige Angeklagte seine Frau, die Mutter des Zeugen, erschossen hatte. Erschöpft schilderte dieser den Tathergang: Er habe dem Vater im Streit eine Ketchup-Flasche auf den Kopf geschlagen. Dann sei er aus der Wohnung geflüchtet, habe jedoch kurz darauf Schüsse gehört.
Der Vater, so erklärte der Zeuge, habe zuvor bereits jahrelang ständig mit der Mutter gestritten, sie auch geschlagen. "Er wollte sie loswerden", sagte er und an den Vater gewandt: "Steh doch dazu, dass du einen Ehrenmord begangen hast."
Nach der langen Vernehmung des Sohnes werden weitere Zeugen am 20. September gehört.













