Aufruhr um Schulbusse im Kreis Peine
Gedrängel an Haltestellen, zu volle Busse und Schüler, die nicht mitgenommen werden
Der Ärger begann damit, dass der Landkreis die Kilometergrenze hochsetzte und seitdem 900 Schüler, die bislang eine Monatsfahrkarte für den Bus erhalten hatten, leer ausgingen. Eine EDV-Panne und übervolle Busse sorgten für weitere Empörung.
Der Landkreis muss sparen. Das war der Grund dafür, dass die Politik einhellig beschloss, dass Schüler ab der 7. Klasse nun mit dem Rad oder zu Fuß zur Schule gelangen sollen, wenn sie weniger als drei Kilometer von ihrer Schule entfernt wohnen. 450 000 Euro will der Landkreis so pro Jahr einsparen – Geld, das den beauftragten Busunternehmen nun fehlt.
Der Sturm der Entrüstung bei Eltern und Schülern war groß nach den Sommerferien – und bislang hat sich der Ärger nicht gelegt. Nein, es kam sogar neuer hinzu: In Lengede blieben Fünftklässler an der Haltestelle stehen, weil sie nicht mehr in die übervollen Busse passten. Schüler, die ihre Monatskarte vergessen und kein Geld für ein Ticket hatten, wurden ebenfalls einfach stehen gelassen. Drückten die Busfahrer in solchen Fällen bislang ein Auge zu, wird nun offenbar eine härtere Linie gefahren von den vom Zweckverband Region Braunschweig beauftragten Busunternehmen Regionalbus Braunschweig und Peiner Verkehrsgesellschaft. "Wie kann ein Busunternehmen so verantwortungslos sein", klagte eine Mutter aus Vechelde, nachdem eine Fünftklässlerin nicht zur Schule mitgenommen worden war: "Die Folge ist, dass die Kinder mindestens eine Schulstunde verpassen – das kann nicht Sinn der Sache ein."
Auch bei der Kreisverwaltung regt sich Unmut, nachdem die Busfahrer nun auch nicht mehr die "gelben Scheine" akzeptieren: Einen "gelben Schein" konnten sich Schüler im Sekretariat als Fahrkarten-Ersatz für die Heimfahrt ausstellen lassen, wenn sie ihr Ticket verloren hatten. "Ich halte das für ein schlechtes Signal. Wir werden darüber mit den Busunternehmen reden", hat der Erste Kreisrat Henning Heiß angekündigt.













