"Das Fluten halten wir für hochgefährlich"
Asse-Gegner warnen vor radioaktiver Verseuchung FDP kritisiert Betreiber
WOLFENBÜTTEL. Es ist eine Horrorvorstellung: Radioaktive Brühe, die aus der Schachtanlage Asse nach außen dringt. Damit es nicht so weit kommt, fordern Atomkraftgegner, sofort Alternativen zur Flutung des "Versuchsendlagers" vorzubereiten.
"Wir haben eine Lösung von radioaktiven Stoffen, die eigentlich für eine Million Jahre sicher liegen sollten", beschrieb Udo Dettmann vom Asse II-Koordinationskreis die Lage aus Sicht der Asse-Kritiker und vieler Anwohner und Politiker.
Während das Helmholtz-Zentrum München, Betreiber des Atommüll-Forschungsbergwerks, die in Laugen gefundenen erhöhten Cäsiumwerte eher auf einen Unfall von 1973 bei der Einlagerung des Atommülls zurückführt, fürchten die Kritiker, dass lecke Atommüllfässer die Asse schon jetzt verstrahlen. "Wir glauben, dass die Fässer von Laugen umspült werden", sagte Dettmann.
Wird die Asse wie geplant zur Stabilisierung des Bergwerks mit einer Magnesiumchloridlösung geflutet und mitsamt des Mülls verschlossen, droht nach Einschätzung der Kritiker eine strahlende Zeitbombe. "Das Fluten halten wir für hochgefährlich", so Dettmann.
Dettmann und Peter Dickel, Sprecher der AG Schacht Konrad, fordern deshalb ein schnelles Nachdenken über Alternativen.
"Rückholung": Dabei würde der Atommüll oder wenigstens ein Teil wieder herausgeholt und könnte dann im Schacht Konrad landen.
"Trockene Verfüllung" mit Beton statt Flutens mit Flüssigkeit.
den Atommüll in tiefere Schichten des Bergwerks zu bringen.
"Es gibt keine Lösung, die keine Probleme aufwirft", räumte Dickel ein. So müssten die Maschinen zum Herausholen der Atommüllfässer erst entwickelt werden. Nachdem bekannt wurde, dass wohl illegal auch flüssiger Atommüll in der Asse entsorgt wurde, sind die Zweifel gewachsen, was überhaupt eingelagert wurde. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat eine lückenlose Aufstellung angefordert.
"Ein Nullrisiko wird es bei diesem Standort nicht mehr geben", so Dickel. Sogar bei den meist kernkraftfreundlichen Abgeordneten von CDU und FDP, die lange den Versicherungen des Betreibers und der Behörden geglaubt hatten, an der Asse sei alles im Griff, schrillen längst die Alarmglocken. "Die verschiedenen Optionen zur Schließung sind nie gründlich geprüft worden", kritisiert der Wolfenbütteler FDP-Mann Björn Försterling, "nun stehen wir massiv unter Zeitdruck".













